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Armutskonferenz fordert Armutsbericht für das Saarland.

SAK: Die Situation verschlechtert sich für bestimmte Gruppen weiter

Saarbrücken (sk) - Es sei jetzt allerhöchste Zeit, dass auch im Saarland ein Armuts-, Reichtums- und Gesundheitsbericht vorgelegt werde, so die Saarländische Armutskonferenz (SAK).

Während im Bund bereits an dem dritten Bericht gearbeitet werde, stochere man auf Landesebene immer noch im Nebel. Dies sei angesichts der beschleunigten Armutsentwicklungen einfach nicht mehr zu verantworten. Gerade das Saarland, das sich in einer dramatischen Umbruchphase befinde, müsse ein deutliches Interesse an Erkenntnisgewinn entwickeln. Nur auf einer soliden, wissenschaftlich fundierten Grundlage, sei man in der Lage einen im Land notwendigen „Aktionsplan gegen Armut" zu erstellen.

Gerade nach dem im Landessozialministerium ein Wechsel an der Spitze anstehe, müsse es einer der ersten Aufgaben des neuen Ministers sein, sich ein umfassendes Bild der Armutsentwicklung im Saarland zu verschaffen. Dies gehe nur mit einem integrierten Armuts- und Sozialbericht der kontinuierlich fortgeschrieben werde.

Die ersten durchgesickerten Ergebnisse des dritten nationalen Armuts- und Reichtumsberichts ließen auch für das Saarland nichts Gutes erwarten. So sei die Rede von erheblichen Problemen bei Alleinerziehenden, bei Zuwandererfamilien und bei jungen Menschen. Generell seinen Familien (und ihre Kinder) die großen Verlierer der letzten Jahre.

Keineswegs erstaunlich sei es auch, dass Arbeitnehmer immer mehr von Armutsrisiken betroffen seinen. Der Niedriglohnsektor, Leiharbeit und bescheidene Lohnabschlüsse blieben nicht ohne Folgen.

Die Befragung von Einkommensarmen im Rahmen des Projektes „Armutswege – Armutserkundung" vor Ort der Saarländischen Armutskonferenz, habe die negative Qualität und die Verfestigung von Armut im Saarland sehr eindrucksvoll bestätigt. So seien etwa hoch problematische Zusammenhänge von Armut und Gesundheit erkennbar geworden. Dies gehe bis zu einer stark ausgeprägten Beschäftigung der Betroffenen mit dem Thema Selbstmord. Der mangelnde Gesundheitszustand armer Menschen habe offensichtlich auch erheblichen Einfluss auf die Chancen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

Alle diese hoch dramatischen Entwicklungen machen ein Handeln auch auf der Landesebene unumgänglich. Deshalb erwarte die Armutskonferenz, wie mittlerweile viele Organisationen im Land, von der Spitze des Sozialministeriums sofortige Anstrengungen in Richtung Landesarmutsbericht.