Was sind die entscheidenden Faktoren die den Klimawandel ausmachen?


Bildmontage: HF

21.07.18
ÖkologiedebatteÖkologiedebatte, Umwelt, Debatte 

 

Von G. Karfeld

Auf der Erde gab es schon immer Warmzeiten und Eiszeiten. Die verschiedenen Einflüsse die zu solchen Klimaschwankungen führen sind sehr komplex. Dieses Thema füllt Bücher und ist wohl bis heute nicht gänzlich erforscht. Was mir jedoch an der aktuellen Strategie gegen den Klimawandel auffällt, ist, dass hauptsächlich solche Faktoren als Ursache wahrgenommen werden, wie CO2, Feinstaub, Stickoxyde, mit denen sich gleichzeitig hervorragende Konjunkturprogramme erzeugen lassen. Bei vielen Produkten entsteht ein vorzeitiger Verschleiß. Ihre Nutzung wird vorzeitig beendet weil sie angeblich dem Klimawandel fördern. Vorzeitiger Verschleiß bedeutet jedoch immer Mehrproduktion und diese ist auf jeden Fall ebenfalls Klimaschädlich.

Ein Faktor in der Klimawandeldiskussion kommt m. E. völlig zu kurz. Es ist der Faktor Wasser. Ohne Wasser kein Leben! Der Wasserkreislauf der Erde stützt sich auf drei Ebenen. Die des Grundwassers, das ist einmal der Grundwasserspiegel und die Wasseradern, die, die Quellen speisen, die wiederum zur Bildung der nächsten, oberirdischen Ebene, den Flüssen und Seen führt. Der Übergang des Wassers in den Gasförmigen Zustand durch Verdunstung speist die nächste Ebene, die der Atmosphäre. Die Kondensation und der damit verbundene Niederschlag (Regen) schließt den Kreislauf. Was nicht Verdunstet kann nicht als Niederschlag anfallen.

Die bewaldeten Flächen der Erde, vor allem die Tropenwälder und Auwälder spielen eine sehr wichtige Rolle in dem Wasserhaushalt und damit auch für das Klima der Erde. Die Wasserverdunstung über solchen Wäldern ist auf Grund der riesigen Blattoberflächen die zustande kommen sehr viel höher als über einer Wasseroberfläche z.B. eines Sees. Die Bäume stehen teilweise mit den Wurzeln im Grundwasser und es verdunsten große Mengen Wasser über ihre Blätter. Die Humusforscher Raoul Heinrich France und Annie France-Harrar schrieben:

Eine mittelgroße Birke (Betula) schafft an einem schönen Sommertag durchschnittlich 400 Liter Wasser aus der Erde herauf und gibt es in kurzer Frist zum größten Teil wieder an die Luft ab. Und ein Hektar Buchenwald saugt sogar von einem heißen und trockenen Sommermorgen bis zum Abend 30 000 Liter auf. Bäume benötigen nicht so viel Wasser als Eigenbedarf, sie brauchen es, weil es Bodensalze enthält, aber nur in überaus schwachen Zusätzen. So muß der Überfluß wieder abgepumpt werden und das geschieht, indem die Luft mit Wasserdampf angereichert wird.

Nun sind in den letzten Hundert Jahren große Teile der Regenwälder abgeholzt worden, Aber nicht nur tropische Regenwälder auch in den anderen Regionen sind große Teile der Wälder aller Arten, Auwälder, Gebirgswälder und Mischwälder in der Ebene verschwunden. Sie mußten Straßen, Siedlungen, Industriegebieten oder landwirtschaftlichen Produktionsflächen weichen. Einher geht diese Bebauung häufig mit einer Absenkung des Grundwasserspiegels. Diese ist laut Raoul Heinrich France und Annie France-Harrar der erste Schritt zur Wüstenbildung. Die zunehmende Trockenheit ist auch ein wichtiger Grund für das Waldsterben. Bäume die Wassernotstand haben verdunsten natürlich sehr viel weniger Wasser. Die Trockenheit nimmt zu. Dieser Vernichtungsprozess von Natur ist keinesfalls abgeschlossen, er geht ungebremst weiter, denn der Kapitalismus fordert grenzenloses Wachstum. In der BRD findet ein täglicher Landverbau von ca. 80 Hektar fruchtbarem Ackerlands oder Wald pro Tag statt. Durch die zunehmende Verbauung wird dem Grundwasser ein Teil der Niederschläge entzogen, so werden die Grundwasserreserven, von denen wir leben, nicht mehr aufgefüllt. Selbst bei der Umwandlung von Wald in Ackerland fließt bei Starkregen ein Teil der Niederschläge am Grundwasser vorbei, oberflächlich ab. In der Landwirtschaft wurden Flurbereinigungen durchgeführt, diesen fielen zahlreiche Hecken mit Baumbestand die, die Äcker säumten zum Opfer. Dies verstärkt den direkten Abfluß von Niederschlägen in die Flüsse noch einmal erheblich. Hinzu kommt die Boden Erosion, fruchtbarer Boden wird weggeschwemmt und der verbliebene verliert damit an Wasserspeicherfähigkeit. Die moderne Landwirtschaft, ausgerichtet nach den Interessen der Agrarindustrie sowie den Interessen des Kapitals generell, ist eine Produktion der Nahrungsmittel für den globalen Markt. Es darf keine Produktionssparte geben an dem sich das große Kapital nicht die Hände wäscht. Die Kontrolle der Lebensmittel ist auch ein Machtfaktor. Außerdem erlauben billige Nahrungsmittel niedrige Löhne, Die Qualität spielt dabei keine Rolle.

Mit der Vernichtung der Wälder schreitet die Wüstenbildung und Versteppung voran. Der Anteil der zur Nahrungsmittel Produktion geeigneten Landflächen, die einerseits durch Abholzung der Regenwälder gewonnen werden, geht durch Wüstenbildung und Versteppung auf der anderen Seite wieder verloren. Die Temperaturen die sich nun über den ehemaligen Waldgebieten und jetzigen Trockengebieten einstellen sind natürlich sehr viel höher. Verdunstung erzeugt Kühlung. Aber nicht nur das, Wälder sind Wasserspeicher. Sie schaffen einen Ausgleich zw. Trockenzeiten und Regenzeiten. Mit ihrer Zerstörung zerstören wir das gemäßigte Klima das als Voraussetzung für unsere Existenz gilt.
Unsere Massentierhaltung ist mit ein Grund für die Abholzung der Regenwälder. Durch die Nachfrage von Futtermitteln, vor allem Soja durch die EU- gesteuerte Landwirtschaft wurden Millionen Hektar Regenwald abgeholzt um Sojabohnen anzubauen. Dies ist dem Ausbau der Landwirtschaft als Produktion für den globalen Markt statt für die Lebensmittelerzeugung für die Menschen in der Region geschuldet. Hinzu kommt die Palmölindustrie die ebenfalls zur Abholzung von Millionen Hektar Wald führte. Dies müsste dringend korrigiert werden. Die Art der Landwirtschaft und damit unsere Eßgewohnheiten müßten vom Wasserverbrauch geleitet werden. Es müßten neue Wälder, vor allem Auwälder gepflanzt werden. Der schnelle Abfluß der Niederschläge müßte gestoppt und in Feuchtgebieten gespeichert und die Grundwasserstände müßten angehoben werden. Letztendlich ist aber dieser Zug Richtung Abgrund bei Beibehaltung des kapitalistischen Systems nicht aufzuhalten. Dieses System mit seinem Wachstumszwang ist vergleichbar mit einem bösartigen Krebsgeschwür. Es führt in der Regel zum Tod. Dieser Wachstumszwang ist in jeder Beziehung zu erkennen. Stagniert die Bevölkerung eines Landes, was ja angesichts der Zerstörung der natürlichen Ressourcen eine Erleichterung für die Natur bedeuten würde, bekommen die kapitalistischen Eliten Panik. Weniger Konsum, weniger ausbeutbarer Arbeitskräfte, eventuell höhere Löhne, das geht nicht. Aber ihre Kriege sorgen schon dafür dass die Lücken mehr als geschlossen werden, während sie die destabilisierten Länder plündern.

Die heutige Klimapolitik wird m. E. von den großen globalen Konzernen bestimmt. Es ist durchwegs davon auszugehen, dass die Themen betreffend der Umweltpolitik, die von den MSM – Medien aufgegriffen werden wie CO2, Feinstaub, Stickoxyde die Interessen der kapitalistischen Eliten nicht gefährden aber auch nicht entscheidend für die Klimaentwicklung sind. Voraussetzung für eine wirksame Klimapolitik ist die Entmachtung der kapitalistischen Eliten und diese führt letztlich über ihre Enteignung. Geld (Eigentum) und die Möglichkeit wichtige Märkte zu kontrollieren sind zwei der wichtigsten Machtfaktoren. Dies zeigt sich in der Sanktionierung von Ländern die sich dem Diktat des westlichen Kapitals noch nicht unterworfen haben. Ein Kampf um die Ressource Wasser als Allgemeingut und gegen die zunehmende Trockenheit ist nicht mit den Interessen der kapitalistischen Eliten vereinbar. Er erzwingt eine Umleitung von Mittel die sie beanspruchen, sowie gesellschaftliche Veränderungen die im direkten Gegensatz zu ihren Profitinteressen stehen. Es gibt keinen kapitalistischen Weg das Klimaproblem zu lösen.

Zitat von Einstein: „Probleme können niemals mit derselben Denkweise gelöst werden, durch die sie entstanden sind.“



In diesem Sinne,
alle Macht den Räten.

G. Karfeld



TITANIC. CO2 - neutral - 25-07-18 20:58




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