Wer das Waldsterben mit einer CO2 – Abgabe bekämpfen will, wird bei der Rettung des Waldes scheitern.


Bildmontage: HF

03.08.19
ÖkologiedebatteÖkologiedebatte, Umwelt, Debatte 

 

Wenn ein Arzt eine falsche Diagnose stellt wird der Heilungserfolg ausbleiben.

Von G. Karfeld


Fördert CO2 das Pflanzenwachstum? Wenn alle anderen Voraussetzungen ideal sind Ja! Wir sehen also, so einfach ist das nicht mit der Natur. Um den Bäumen, die den Wald bilden zu helfen muss man wissen wie sie Leben und was sie zum Leben brauchen. Wir müssen ihre idealen Lebensbedingungen kennen. Nur dann sind wir in der Lage die Natur wieder in die Richtung zu verändern die den idealen Lebensbedingungen der Bäume möglichst nahe kommen. Alles andere macht keinen Sinn.
Oberflächlich betrachtet besteht ein Baum aus dem Baumstamm, der Krone mit seinen Ästen und den Blättern. Unter der Oberfläche, wissen wir, sind die Wurzeln des Baumes die den Baum mit Wasser und Nährstoffen wie auch Mineralien versorgen. Die Wurzeln des Baumes nehmen Wasser und gelöste Mineralstoffe aus dem Boden auf. Nun muss das mineralhaltige Wasser durch das gesamte Sprosssystem des Baumes transportiert werden – also über den Stamm in die einzelnen Zweige und Blätter. Dabei nehmen die Blätter eine besondere Funktion ein, da sie in ihrer Gesamtheit eine riesige Verdunstungsoberfläche bilden. Da ständig Wasser an den Blättern verdunstet, muss der Baum immer für Nachschub aus den Wurzeln sorgen. So entsteht ein stetiger Wasserstrom von den Wurzeln in die Blätter. Das Wasser verdunstet hauptsächlich durch die Spaltöffnungen der Blätter. Irgendwann fällt es wieder als Niederschlag auf die Erde und kann erneut durch die Wurzeln des Baumes aufgenommen werden. Durch die Spaltöffnungen der Blätter findet auch der Gasaustausch des Baumes mit der Atmosphäre statt. Der Baum nimmt, wie alle grünen Pflanzen, Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und verarbeitet es mithilfe der Lichtenergie zu Zucker. Zucker braucht der Baum als Energielieferant für seine Wachstums- und Stoffwechselprozesse. Der Vorgang, Zucker aus Kohlendioxid herzustellen, ist sehr komplex und wird als Photosynthese bezeichnet. Als Abfallprodukt der Photosynthese gibt der Baum Sauerstoff frei, den alle Lebewesen zum Atmen brauchen. Auch der Baum atmet und verbraucht hierfür Sauerstoff. Allerdings weitaus weniger, als er produziert. Die Wurzelzellen müssen ebenfalls mit Sauerstoff versorgt werden und geben Kohlendioxid frei. Dieser Vorgang ist Teil der sogenannten Bodenatmung.
Behilflich bei der Nährstoff- und Wasserversorgung sind dem Baum dabei Pilze die mit ihm in Symbiose leben. Bei dieser Symbiose umspinnt das Pilzgeflecht die feinen Endverzweigungen der Baumwurzeln und tritt in Kontakt mit der Wurzelrinde. Somit leben Pilz und Baum in einer Lebensgemeinschaft zusammen, in der jeder vom anderen profitiert. Mykorrhiza-Pilze und Bäume stehen, nach einer eingegangenen Lebensgemeinschaft, in einem engen Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Das bedeutet, dass sich Störungen im Leben des einen Partners, negativ auf den anderen Partner auswirken. Der Partner Pilz hilft dem Baum bei der Wasser- und Nährstoffaufnahme aus dem Boden. Durch seinen Pilzmantel wird die Wurzeloberfläche stark vergrößert. Außerdem hilft er bei der Produktion von Hormonen und wehrt Krankheitserreger ab. Quercus imbricaria Einige Pilze sind sogar fähig, Wurzelkrankheiten zu lindern oder gar zu heilen, indem sie für die Schädlinge giftige Stoffe ausscheiden. Als Gegenleistung für die Wohltaten, liefert der Partner Baum dem Pilz Produkte aus der Fotosynthese, also Zucker oder Kohlehydratverbindungen. Viele Baumarten sind auf die Lebensgemeinschaft mit Pilzen, besonders bei extremen Standortbedingungen und negativen Einflüssen des Baumumfeldes, regelrecht angewiesen. Der Pilz ist sogar in der Lage, Bäume der gleichen Art, oder sogar von verschiedenen Arten, miteinander zu vernetzen und somit ein umfassendes Netzwerk zu schaffen, welches sich gegenseitig mit Nährstoffen versorgt. Durch die Symbiose kann die Wirtspflanze nicht nur mehr Nährstoffe aufnehmen, sie steigert auch ihre Fotosyntheseleistung. Aus diesen Gründen kann das Wachstum des Baumes erheblich gesteigert werden, was dann wiederum auch dem Pilz zugute kommt. Meistens kann ein Pilz mit verschiedenen Arten von Bäumen eine Symbiose eingehen, umgekehrt ist nur selten eine Pflanzenart auf eine Pilzart beschränkt.
Doch auf ein Lebenselixier sind sowohl die Bäume wie auch die sie unterstützenden Pilze angewiesen und dies heißt Wasser. Lang anhaltende Trockenheit schadet den Pilzen wie den Bäumen. Die Pilze können dem Baum kein Wasser und damit keine Nährstoffe zuführen wenn der Boden völlig ausgetrocknet ist. Der oben beschriebene stetige Wasserstrom von den Wurzeln in die Blätter muss gewährleistet sein um den Bäume optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Eine Mangelernährung macht sie anfällig für Krankheiten und Parasiten.

Die obige Frage kann man also folgender Maßen beantworten CO2 wirkt nicht Wachstumsfördernd, wenn andere lebenswichtige Stoffe wie Wasser fehlen.
Aber weniger CO2 hilft nicht das Waldsterben zu bekämpfen wenn die Ursache Trockenheit ist. Wir müssen dem Wald Feuchtigkeit zuführen. Durch Anhebung des Grundwasserspiegels indem wir dafür Sorge tragen dass die Niederschläge nicht oberflächlich abfließen sondern das Grundwasser speisen. Durch Schaffung von Auwäldern und durch Zurückhaltung und Nutzung des Wassers bevor es in das Meer fließt. Außerdem ist ein absoluter Stopp für weitere Zerstörung von Natur und Wälder unabdingbar. Im Gegenteil wir brauchen eine Wiederaufforstung von Wäldern. Nur über mehr Wald, wie auch ein darauf ausgerichtetes Wassermanagement kann das Klima wieder Richtung mehr Niederschläge verändert werden. Dieses Mehr an Niederschlägen bringt mehr und größere Tiefdruckgebiete die wiederum für Abkühlung sorgen. Der Kreislauf schließt sich.

https://www.planet-wissen.de/natur/pflanzen/baeume/pwiewiefunktionierteinbaum100.html
https://www.baumpruefung.de/holzzerstoerende-pilze/symbiose
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/sonstige-arten/pilze-flechten-moose/10155.html

https://www.waldwissen.net/wald/baeume_waldpflanzen/oekologie/wsl_mykorrhiza_lebensgemeinschaft/wsl_mykorrhiza_lebensgemeinschaft_merkblatt.pdf
https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/mykorrhiza/44673







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