Loveparade-Tragödie in Duisburg: DIE LINKE.NRW fordert Duisburgs OB Sauerland zum Rücktritt auf


Kerzengedenken am Unglücksort; Bild: Linksfraktion Duisburg

26.07.10
NRWNRW, TopNews 

 

Landtagsabgeordnete Anna Conrads und DIE LINKE-Landesvorstandsmitglied Marc Mulia (beide Duisburg) fordern Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe zum Rücktritt auf. Wörtlich heißt es in ihrer gemeinsamen Erklärung: „Wir sind bestürzt und trauern um die 19 Toten und die vielen Verletzten des vergangenen Wochenendes. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freundinnen und Freunden der Opfer. Wir kritisieren das Sicherheitskonzept der Loveparade und machen das an zwei konkreten Punkten fest:

Erstens war es riskant, die BesucherInnen von beiden Seiten kommend durch den Tunnel auf der Karl-Lehr-Straße auf das Gelände zu führen. Es ist uns unverständlich, warum dieser Weg gewählt wurde, obwohl es einen weitaus einfacheren Weg direkt vom Hauptbahnhof auf das Gelände gibt.

Zweitens haben Veranstalter und Einsatzleitung offenbar nicht angemessen reagiert, als sich abzeichnete, dass es ein großes Gedränge im Tunnel und an der Rampe zum Gelände gab. Vielmehr berichten viele Augenzeugen, dass Polizei und Ordner hilflos mit ansahen, wie sich die Situation weiter zuspitzte.

Die politische Verantwortung für die Tragödie tragen CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe. Wir fordern deshalb beide zum sofortigen Rücktritt auf.“

Auf den Ablauf der städtischen Pressekonferenz, bei der die Verantwortlichen kritischen Fragen ausgewichen seien und vielfach nur auf die staatsanwaltlichen Ermittlungen verwiesen hätten, reagiert auch DIE LINKE-Landessprecher Hubertus Zdebel mit Unverständnis: „Juristische Aufklärung ist auch uns wichtig. Vor der politischen Verantwortung darf sich die Stadtspitze aber nicht drücken.“

Zdebel fordert darüber hinaus umfassende psychologische Betreuung und angemessene Entschädigung für die Opfer dieser katastrophalen Veranstaltungsplanung: „Hier ist die Landesregierung gefordert, ein zentrales kostenloses Betreuungsangebot zu machen und per Info-Hotlines darüber zu informieren, an wen man sich wenden kann.“

DIE LINKE-Landesgeschäftsführer Günter Blocks verweist auf die Verantwortung des Innenministeriums: „SPD-Innenminister Ralf Jäger kann sich jetzt nicht einfach damit herausreden, dass die Stadt und der Veranstalter formell für die Sicherheit zuständig sind. Als oberster Chef der NRW-Polizei ist er mitverantwortlich dafür, dass das sogenannte ‚Sicherheitskonzept' überhaupt nicht gegriffen hat und dass die Polizei den Tunnel offensichtlich nicht rechtzeitig gesperrt hat. Dafür, dass die Duisburger Polizeiführung – anders als vor einem Jahr die Bochumer – ihre Bedenken im Vorfeld nicht deutlich genug vorgetragen hat, trägt allerdings Jägers FDP-Amtsvorgänger Ingo Wolf die politische Verantwortung."

 







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