KollegInnen der Uniklinik Essen beschließen: Erzwingungsstreik für mehr Personal


Bildmontage: HF

27.07.18
NRWNRW, Arbeiterbewegung, Ruhrgebiet 

 

Von RIR

Eine Versammlung von Lohnabhängigen der Uniklinik Essen hat sich am 26. Juli einstimmig für einen Streik für mehr Personal ausgesprochen. Am Montag, dem 30.07. ist noch ein Warnstreiktag, von Dienstag bis Freitag, dem 03. August ist ein Erzwingungsstreik zur Durchsetzung des Tarifvertrags Entlastung angesagt. Entsprechend erklärte die Verdi-Tarifkommission die Verhandlungen für gescheitert und kündigt den Streik an.

Qualitative Forderung

Zu geringe Personalbemessungen gehen auf Kosten der PatientInnen und des Personals in den Unikliniken. Der Personalnotstand in der Pflege wird überall diskutiert. Deshalb hat Verdi entschieden, an den Unikliniken Düsseldorf und Essen einen Kampf für „Sofortmaßnahmen für mehr Personal und Entlastung für verschiedene Berufsgruppen und für eine bessere Ausbildungsqualität“ aufzunehmen. Konkret sind das als Sofortmaßnahmen jeweils 200 Einstellungen in Essen und in Düsseldorf. Es geht also nicht um die üblichen Gehaltsforderungen, sondern um eine qualitativ andere Forderung, die Signalwirkung auf die ArbeiterInnenklasse in vielen Branchen haben könnte. Denn in vielen Bereichen fehlt Personal, sind die KollegInnen überbelastet, ausgepowert und krank. 

Gewähltes Streikkomitee

Wie schon im siebzehnwöchigen Streik 2006 legen die KollegInnen der Uniklinik Essen wert auf Basisdemokratie. Schon am ersten der bisher zwölf Warnstreiktage wurde auf der täglichen Streikversammlung ein Streikkomitee gewählt. Es ist nicht mit der Verdi-Vertrauenskörperleitung an der Uniklinik Essen identisch. KollegInnen aus allen Bereichen der Uniklinik sind im Streikkomitee vertreten. In der Versammlung der Streikenden (es nehmen 300-500 KollegInnen teil) werden alle Fragen besprochen und entschieden und die Aufgaben verteilt. Um zu verhandeln, setzten die KollegInnen mit den Warnstreiks aus. Da sich aber weder die Vorstände der Unikliniken, noch der Arbeitgeberverband „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ (TdL) bisher bewegt haben, wird jetzt im Arbeitskampf ein Gang zugelegt.

Korrespondent RIR, 26.07.18







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