NRW-Landesregierung muss Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie schützen

06.05.20
NRWNRW, Wirtschaft, News 

 

Von DIE LINKE. NRW

Nach Medienberichten von mehr als 300 Corona-Fällen unter Werkvertragsarbeitern in Baden-Württemberg und einem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof in Schleswig-Holstein ruft DIE LINKE NRW die Landesregierung auf, eine ähnliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen zu verhindern. Dazu erklärt Landessprecher Christian Leye: „Nachdem in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein bereits Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie massenhaft an Corona erkrankt sind, gibt es nun die ersten Fälle auch bei Westfleisch in NRW. Die Landesregierung muss schnell und konsequent handeln, um die Beschäftigten und die Bevölkerung zu schützen."

„In vergangenen Fällen hat die schwierige Wohnsituation in Gemeinschaftsunterkünften maßgeblich dazu beigetragen, dass sich der Corona-Virus unter den Beschäftigten ausbreiten konnte. In NRW arbeiten außerdem viele Menschen mit Werksverträgen bei dem Marktführer Tönnies in Ostwestfalen-Lippe mit einem Rekordumsatz von 7,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr“, berichtet Leye.

"Seit Jahren häufen sich Berichte über die schlechte Unterbringung osteuropäischer Werkvertragsarbeiter von Tönnies in überfüllten Gemeinschaftsunterkünften sowie überteuerten Bruchbuden. Die Landesregierung muss die Schutzbestimmungen für die Unterbringungen schnellstmöglich ausweiten und an die Situation der Corona-Pandemie anpassen. Berichten, dass auf Beschäftigte bei Westfleisch Druck ausgeübt wurde, trotz Krankheitssymptomen zu arbeiten, muss nun nachgegangen werden. Klar ist: Es braucht dringend eine Ausweitung der Arbeitsschutzkontrollen vor Ort und empfindliche Strafen bei Verstößen. Ähnlich katastrophal dürften die Arbeitsbedingungen von Werkvertragsarbeitern in der Landwirtschaft sein. Auch dort sind dringend mehr Kontrollen vor Ort notwendig", fordert Leye.

„Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück müssen laut Medienberichten die Hälfte der Beschäftigten zu diesen unwürdigen Bedingungen arbeiten – das hat nichts mit Marktschwankungen sondern mit Ausbeutung zu tun. Die Corona-Krise zeigt doch, dass diese Beschäftigten in der Lebensmittelindustrie systemrelevant sind. Der Missbrauch von Werkverträgen muss daher endlich gesetzlich verboten werden", so Leye abschließend.







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