Wird beim freien WLAN in Mönchengladbach aufs falsche Pferd gesetzt?

10.11.17
NRWNRW, News 

 

Von DIE LINKE. Mönchengladbach

Fast euphorisch verkündet die WFMG, auf den Weihnachtsmärkten freies WLAN zu testen und schon bald der Politik ein Konzept über den Ausbau von freiem Internet in den Innenstädten vorzulegen[1]. Somit ist also zwei Jahre nach dem Antrag der Groko nichts Wesentliches passiert, außer dass die angeblich nur zweistündige, kostenlose Nutzung und danach ein Gutscheinsystem, sowie die Datensammlung darauf hinweist, welcher kommerzielle Anbieter zum Zuge kommt.

DIE LINKE hatte zusammen mit den Grünen und der PiPA bereits ein Jahr vor den Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD einen Antrag zum freien WLAN auf Basis von Freifunk vorgelegt[2]. Dieser sah einen konkreten Zeitplan vor, gab Schwerpunkte an, von denen aus der Ausbau voranschreiten sollte, und die Bürger*innen wären mit einbezogen worden. Ein Konzept wie es in anderen Städten erfolgreich umgesetzt wurde, so zum Beispiel Paderborn[3]. Obwohl die SPD genau so ein Konzept in ihrem Kommunalwahlprogramm stehen hatte, lehnte sie nun zusammen mit der CDU ab.

Zwischenzeitlich strebte dann Unitymedia an, auch in Mönchengladbach ein WLAN Netz aufzubauen, das jedoch nur für zwei Stunden kostenlos ist.

„Bei solchen Angeboten zahlen wir die ersten Stunden mit unseren Daten, die über das Surf-Verhalten gesammelt werden, und danach mit harter Währung“, kritisierte der Linke Fraktionsvorsitzende schon damals, „Dass nun nach zwei Jahren Stillstand die Stadt offensichtlich die gleichen Pläne – vermutlich mit gleichem Anbieter – wieder raus holt, überzeugt uns nicht. Mehr würde sich die Stadt zum Handlanger wirtschaftlicher Interessen einzelner machen, nur da müssen wir die Details abwarten.“

Doch neben dem falschen Antrag der Groko und der Untätigkeit der EWMG ärgert DIE LINKE auch der zwischenzeitlich entstandene Wildwuchs. Wie die Stadt bei Beantwortung einer Linken Anfrage am 20.10.2017 auflistete, zahlen die Stadt bzw. städtische Unternehmen derzeit monatlich zwischen 54,- und 583,33 Euro je WLAN Hotspot. Davon gibt es derzeit neun Stück, auf die unterschiedlich intensiv hingewiesen wird, und die von mindestens vier verschiedenen Anbietern betreut werden.

Lediglich die „mags“ gibt für ihren Hotspot an, dass sie nichts zahlt, da sie auf Freifunk setzt. (Beantwortung der Anfrage im Anhang)

„Natürlich ist Freifunk auch nicht wirklich kostenlos, schon alleine der Verein investiert viel in die Infrastruktur. Hinzu kommt die eigene Leitung, die genutzt wird, und die etwa 20,- Euro einmalige Anschaffungsgebühr“, gibt Schultz zu, „Aber wenn wir sehen, dass sich seit den drei Jahren unseres Antrags faktisch nichts getan hat, die Bedeutung solcher Angebote jedoch für ein Stadtmarketing unerlässlich ist, dann hätten wir doch lieber die monatlichen Gebühren zur Hälfte in die Förderung des Freifunk e.V. und die andere Hälfte in Router gesteckt. Dann hätten wir jetzt schon beide Innenstädte komplett abgedeckt. Wir regen dringend an, nun nicht weiter auf das falsche Pferd zu setzen. Die EWMG sollte sich nun ausschließlich auf Freifunk konzentrieren.“







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz