DGB bleibt bei Nein zu Diesel-Fahrverboten in Düsseldorf

20.11.17
NRWNRW, Düsseldorf, News 

 

Von DGB Düsseldorf

Für den Düsseldorfer DGB führen mögliche Fahrverbote zu erheblichen Belastungen für den heimischen Wirtschaftsverkehr, die Berufspendler/-innen und für viele Kund/-innen von Unternehmen. Geschäfte müssen mit Waren beliefert, Pakete und Post zugestellt sowie Dienstleistungen erbracht werden.

„Es steht außer Frage, dass wir die Luftqualität in Düsseldorf und Umgebung weiter verbessern müssen. Aber unser erklärtes Ziel bleibt die Vermeidung von Dieselfahrverboten“, so Sigrid Wolf, DGB-Stadtverbandsvorsitzende in Düsseldorf. Der DGB warnt davor, den positiven Trend der vergangenen Jahre durch Aktionismus und eine operative Hektik zu konterkarieren. Viele Düsseldorfer Unternehmen haben durch die Umstellung ihres Fuhrparks auf die jeweils neuesten Umweltstandards bereits große Anstrengungen für eine verbesserte Luftqualität unternommen. Diese sind weiter auszubauen.

Die aktuelle öffentliche Diskussion beschränkt sich derzeit aber nur auf Dieselfahrverbote. Davon seien auch Berufspendler, Kunden der Innenstädte sowie der ÖPNV erheblich betroffen. Insbesondere im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge ist kurzfristig eine Umstellung auf alternative Antriebe weder technisch noch wirtschaftlich möglich. „Deshalb sind pauschale Fahrverbote nicht hilfreich“, ergänzt Wolf.

Die aktuelle Diskussion um die Luftreinhaltung fokussiert sich auf Dieselfahrzeuge, da sie für den überwiegenden Teil der Stickoxid-Emissionen verantwortlich gemacht werden. Diese Pauschalkritik verkennt jedoch die Umweltvorteile des Diesels. Dies gilt insbesondere für die Einsparung von CO2-Emissionen: Ein Diesel-Pkw stößt rund 20 Prozent weniger CO2 aus als ein vergleichbarer Benziner. Die NO2-Emissionen von Nutzfahrzeugen wurden seit dem Jahr 2000 um über 80 Prozent reduziert. Dadurch spielen Nutzfahrzeuge bei den verkehrsbedingten NO2-Emissionen eine untergeordnete Rolle.

Ebenso dürfen Beschäftigte, die auf den Pkw angewiesen sind, finanziell nicht überfordert werden. „Wir brauchen für die Wirtschaft und die Arbeitnehmer/-innen verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen,“ so Wolf weiter.

Weiter plädiert der DGB dafür, den Luftreinhalteplan überregional zu planen, da auch in den Kommunen im Umland ein wesentlicher Beitrag zur Luftreinhaltung geleistet werden kann. Der Luftreinhalteplan für die Landeshauptstadt fokussiert sich auf lokale Maßnahmen, die in Düsseldorf ansetzen. Dieser lokale Ansatz ist unzureichend, da die regionale Hintergrundbelastung, die die Emissionen aus dem Umland abbildet, einen erheblichen Anteil der Immissionen vor Ort verursacht. In Düsseldorf beträgt dieser Anteil rund drei Viertel des zulässigen Stickoxidgrenzwertes.

„Wir brauchen eine Sicherstellung unserer Mobilität, eine Verbesserung des ÖPNV und der Verkehrslenkung sowie des Rad- und Fußverkehrs. Außerdem bieten Digitalisierung und Elektromobilität Chancen, Verkehrsflüsse effizient und umweltschonend zu steuern,“ so Wolf abschließend.







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