Kobane - oder so nicht Genossin Buchholz


Bildmontage: HF

15.10.14
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Von Max Brym

In Kobane in Nord Syrien oder West Kurdistan finde seine erbarmungslosen Kampf zwischen Menschlichkeit und Barbarei statt. Die YPG/YPJ verteidigt nicht nur die nackte Existenz der Menschen in der Region, sondern sie kämpft auch für eine fortschrittliche Perspektive. Dieser Aussage würde mit Sicherheit auch die Genossin Buchholz, die für die Linke im Bundestag sitzt zustimmen. Dies hindert sie aber nicht, politische Ignoranz verbunden mit einer bestimmten politischen Naivität bezüglich Kurdistan, miteinander zu kombinieren. Die Genossin Buchholz ließ sich auf einem Foto ablichten. Auf dem Foto ist sie mit einer Parole zu sehen auf dem zu lesen ist: : Solidarität mit dem Widerstand in Kobane- Nein zum US Bombardement.“ Mittlerweile betrachte sie selbst dieses Foto als „missverständlichen“ Fehler. Es war aber mehr als ein Fehler, oder eine Missverständlichkeit. Das Foto abstrahiert völlig von der konkreten Situation in Westkurdistan. Niemand progressives in der Region, auch nicht die Kurden, fordern eine Intervention der USA ,oder gar der BRD. Schon gar nicht wird eine Intervention der Türkei gefordert. Denn bekanntlich kann man den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben. Dennoch kann kein fortschrittlicher Mensch in diesem Fall etwas gegen gezielte Bombardements der USA, gegen die Stellungen der IS in und bei Kobane haben . Das Problem ist, dass genau diese Bombardements nicht stattfinden. Neben dem Massaker der IS, sowie den unterschiedlichen geostrategischen Interessen verschiedener Imperialisten und der „ Sonderrolle“ der Türkei, findet ein Schauspiel voller Grausamkeiten und Intrigen statt. Die Menschen bezahlen mit dem Leben für all die Widersprüche, die der Imperialismus in der Region angerichtet hat. Letztendlich ist der IS nur die pervertierte Fortsetzung elementarer kapitalistischer Gesetzmäßigkeiten. Ursprünglich wurde die ISIS von imperialistischen Staaten und der Türkei finanziert und unterstützt. Der US Imperialismus scheint momentan wieder in der verzwickten Lage bestimmter deutscher Kampfhundebesitzer zu sein. Es gibt hierzulande Kampfhundebesitzer welche ihre Hunde dermaßen überzüchten , so dass sie sich letztendlich von der Leine reißen und ihren eigenen Herrn angreifen. Dies führt öfters zur Situation, dass er entsetzliche Kampfhundezüchter gezwungen ist seinen durchgedrehten Kampfhund zu erschließen . Soweit scheint es allerdings im Kobane noch nicht zu sein. Nur pro forma versucht dieser Hundezüchter ( US-Imperialismus) so zu tun als ob er seinen ehemaligen Kampfhund bekämpfen würde. Das Bombardement ist eine Farce. Wenn der US Imperialismus wollte könnte er die IS pulverisieren. Allerdings wird die USA nicht so deutlich wie die Türkei, als Komplize des IS wahrgenommen. Dennoch könnte eine Situation eintreten in der der US Imperialismus gezwungen ist- ernsthaft Stellungen der IS anzugreifen. Ein solches Bombardement wären gut und nicht schlecht. Es ist sogar richtig von der US Armee zu fordern, gezielte Schläge gegen die ISIS, vor allem mit Kampfhubschraubern durchzuführen. Ultralinke Sektierer im bundesdeutschen Wohnstuben werden diese Aussage sofort mit dem Geschrei-“Opportunismus“, Opportunismus,“- werten. Gegenüber solchen Gestalten möchte ich erklären:“ Es geht nicht darum an den Imperialismus zu appellieren, oder in politisch zu unterstützen. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Es ist aber dennoch richtig bestimmte einzelne Forderungen aufzustellen. Um einen Vergleich zu bringen, es war durchaus richtig von illegal geflohenen Mitgliedern des „Jüdischen Arbeiterbundes“ aus Polen, von der englischen Luftwaffe, Angriffe auf die Bahnanlagen nach Auschwitz zu fordern. Der Aufstand im Warschauer Getto konnte nur durch den bewaffneten Widerstand und der Selbstverteidigung angegangen werden. Es musste zu militärischer Verständigung und zu Vereinbarungen kommen. In diesem Rahmen konnte salopp gesagt nicht jede Frage der marxistischen Philosophie ausdiskutiert werden. Die oben genannten Argumente sind Vergleiche keine Gleichsetzung. Der berühmte Romanautor Franz Werfel brachte im November 1933 seinen Roman „ „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ heraus. Was brachte Franz Werfel dazu einen Roman der im Jahr 1915 im osmanischen Reich spielt zu schreiben ? Dieses Werk wurde im März des Jahres 1929 bei einem Aufenthalt in Damaskus entworfen. Das Jammerbild verstümmelter und verhungerter Flüchtlingskinder, die in einer Teppichfabrik arbeiteten, gaben Werfel den entscheidenden Anstoß. In dem Roman wird das unfassbare Schicksal des armenischen Volkes dem Totenreich des Vergessens entrissen. Werfel beschäftigt sich mit dem ersten Genozid im zwanzigsten Jahrhundert. Jener wurde 1915 von der türkischen Armee inspiriert von den jungtürkischen „Revolutionären“ am armenischen Volk begangen. In dem Roman beschreibt Werfel nicht nur die grausame Handlung, sondern beschäftigt sich mit Fragen, die hierzulande, die Genossin Buchholz, im Jahr 2014 immer noch verwirren- . Die Hauptfigur in Werfels Roman Gabriel Bargradin verschlug es in dem Werk eher zufällig in das Gebiet Musa Dagh. Der vorher in Paris lebende Armenier verstand sich als Weltbürger. Er hing den Gedanken der Aufklärung an und betrachtete seine armenische Abstammung als biologischen Zufall. Sein Aufenthalt im armenischen Heimatdorf gestaltete sich für den Weltbürger mehr als dramatisch.“ Letztendlich gelingt es Gabriel Bargradin unter Ausnutzung zwischen imperialer Widersprüche damals mithilfe der Engländer einen Teil der Armenier vor der Vernichtung zu bewahren. So krass stellt sich die Frage in Kobane auch heute . Die YPG Einheiten fordern allerdings nur schwere panzerbrechende Waffen, Nachtsichtgeräte, sowie den Durchmarsch kurdischer Einheiten über die Türkei um Kobane zu verteidigen. Ohne Waffen ist dies allerdings unmöglich. Die Linke hat sich für Waffenlieferungen an die JPG auszusprechen. Vor dieser Frage kann man nicht mit pseudomarxistischen Argumenten davonlaufen. Es geht auch nicht mit einer rein pazifistisch bürgerlichen Haltung . Genauso verkehrt oder, um genau zu sein proimperialistisch ist es es den Einsatz der Bundeswehr oder der UN zu fordern. Aber die Genossin Buchholz vertritt zu Kurdistan (eine) radikal pazifistische Haltung, die überhaupt nichts bewirkt. Wenn Sie ist logisch denken würde käme sie zu dem Schluss: Der IS kann nur mit Waffen geschlagen werden. Die kurdischen Kämpfer in der Region rufen danach. Auch Waffenlieferungen aus Deutschland an die kurdischen Kämpfer sind nicht grundsätzlich abzulehnen. Jede Geldsammlung unter dem Motto -Waffen für Kurdistan- hierzulande ist richtig. Es ist sogar richtig unter Kontrolle durch die Gewerkschaften Waffenlieferungen aus Deutschland an die YPG aufzunehmen. Letzteres wäre doch eine lohnenswerte Kampagne für ,die die Genossin Buchholz, um ihr Bundestagsmandat zu nutzen . Das wäre nützlicher als irritierende pazifistisch pseudomarxistische Fotos ins Internet zu stellen. 



Und wieder Kobane... - 16-10-14 20:50




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