Replik zu "Warum profitiert DIE LINKE nicht von der Krise"

03.12.12
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, TopNews 

 

von 'Bremer'
 
Ich und andere hatten ja bereits in der Vergangenheit beschrieben, wieso ich glaube, das die Linke scheitern muss, im Sinne von "scheitern wird".
 
Der Autor geht m.E. von einigen völlig falschen Ausgangsvorausetzungen aus und kommt damit zu einer "falschen" Fragestellung.
 
1. Der Grundirrtum besteht m.E. darin, das er meint, zwischen dem Kriseln des Kapitalismus und dem Wahlergebnis der Linken bestehe ein direkter Zusammenhang, was ihn zur obigen Fragestellung führt.
 
Bereits 2005 deuteten sich erste Krisen für die Wähler bzw. Beeinträchtigungen bereits (u.a. Hartz-IV) an. Die Lösungsmöglichkeiten (u.a. Hartz-IV muss weg) wurden von der damaligen Linkspartei.PDS in einen Wahlerfolg umgemünzt, zumal die PDS 2002 (zum "falschen Zeitpunkt") damit bereits Schiffbruch erlitten hatte. Die Partei erhielt quasi Vorschuß-Lorbeeren vom Wähler, die wiederum damit die Hoffnungen verbanden, das sich damit etwas für sie konkret verbessert. 2009 nachdem die Krise sich verstärkt hatte, wurde auch der dementsprechende Wahlerfolg eingefahren (11,9%). Bloß seitdem ist (für den Wähler) nichts passiert.

Und so schwindet denn auch die Zustimmung für die Partei. Deshalb wurden in Folge 6 Wahlniederlagen bei Landtagswahlen in Folge eingefahren.
 
2. Wenn die Partei in den Medien präsent war, dann nur mit Streitereien und Auseinandersetzungen (ohne jeglichen Nutzwert für den Wähler), zumal inhaltlich seit 2005 keine neuen Aspekte hinzukamen. Vielen Wählern war klar, daß es bei diesen Streitereien fast hauptsächlich nur um persönliche Ambitionen ging. Da nur diese Dispute in der Presse erschient, hielten viele Linke dies für ein Komplott der "bösen bürgerliche Presse".

Fakt ist aber, mehr als "Hartz-IV muss weg" oder "Bundeswehr raus aus Afghanistan" waren mit Ausnahme des Mindestlohnes nicht zu vermelden, d.h. es waren keine Neuigkeiten zu vermelden.
 
3. Was das Problem Kommunismus bzw. Anti-Kommunismus anbelangt, so versuchten Mandatsträger oder Vorstände sich mit Sprüchen aus dem letzten Jahrhundert zu profilieren, bei denen sie die "damaligen Weisheiten" des bereits gescheiterten real-existierenden Sozialismus wiederholten. Diese "Weisheiten" entsprechen so aber nicht den Tatsachen, noch bieten sie Lösungsmöglichkeiten für das 21.Jahrhundert und der Wähler möchte Problemlösungen und keine Sprüche aus dem letzten Jahrhundert.. 
 
4. Was die prekarisierten Genossen anbelangt, hatten die auch die Hoffnung gehegt, politisch etwas zu verändern. Aber stattdessen wurden sie von Mandatsträgern mit einem Zynismus behandelt (u.a. ich), der ohne sondersgleichen ist, da die Mandatsträger ihre Pfründe in Gefahr sahen. Für die, die nicht in der Partei waren, hat sich seit 2005 nichts geändert, sodaß die sich natürlich fragen, wozu sollte man überhaupt Die Linke wählen ?
 
5. Die Linke ist zwar kein Sozialverein, aber sie hat keinen Nutzwert. Weder für die Wähler, noch für die Mitglieder. Die Partei soll die Stimmen bekommen, aber bietet keinen Gegenwert für die Wähler außer Sprüchen und Parolen.
 
6. Die Partei Die Linke ist, so wie sie sich jetzt darstellt, keine plurale Linke, sondern lediglich ein Wahlverein um bestimmte Protagonisten in Ämter zu bekommen und deren individuelle soziale Lage zu verbessern (Aufwandsentschädigungen). Um sich in diesem innerparteilichen "Kampf" durchzusetzen, werden undemokratische und unsolidarische Methoden benutzt, d.h. das, was nach außen vertreten wird, wird innerparteilich ignoriert.
 
7. Diejenigen, die den (abgehalfterten) Klassenbegriff aus dem 19. und 20. Jahrhundert benutzen, zeigen so, das sie eben keine plurale Linke sind, sondern eher einem Parteimodell aus eben dieser Zeit anhängen.
 
8. Nicht diejenigen, die sich in das Privatleben zurückziehen, verlassen die politische Ebene, sondern diejenigen, die behaupten "politisch" zu sein, sind es eben nicht, da in der Partei primär deren persönlichen Interessen im Vordergrund stehen.
Auch fehlt m.E. der Punkt, das bisher keine gesellschaftliche Verankerung erreicht wurde, da die Energie primär darauf verwendet wurdet, den Wahlverein Die Linke in den Parlamenten zu verankern.



VON: 'BREMER'


Warum profitiert DIE LINKE nicht von der Krise  - 02-12-12 20:58




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