Wir gegen den Rest der Welt ...?

31.03.10
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Von Klaus Buschendorf

... so hätten einige „Realos“, „Pragmatiker“ der Partei DIE LINKE reagiert, als der Entwurf des Programms veröffentlicht wurde. Das gehe gar nicht, hätten sie ergänzt.

Welche Welt meinen sie? Fühlen sie sich der Welt der anderen Parteien verpflichtet, mit denen sie „Koalitionen“ eingehen wollen, „Regierungsverantwortung“ übernehmen, NATO und Afghanistan endlich begrüßen können, um Posten einnehmen zu können? Oder ist ihre Welt die Welt der Hartz-IV-Empfänger, Billiglöhner, Leiharbeiter, Handwerker, Mittelständler, welche alle miteinander unter der Herrschaft der Monopole und Großbanken leiden und endlich eine Interessenvertretung bräuchten? Was meinen diese „Pragmatiker“, warum ihre Partei nie nach einer „Regierungsbeteiligung“ in einem Land die Zahl ihrer Wähler erhöhen konnte? Warum stagniert der Zustimmungsgrad bei 10-12%?

Da wird in diesem Programmentwurf endlich das ausgesprochen, wonach die Mehrheit der Bevölkerung verlangt. Lehren werden gezogen aus der deutschen Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg. Schlussfolgerungen für künftiges Streben sind enthalten. Ich würde mir noch klarere Entscheidungen und Weichenstellungen wünschen, pragmatischere, dass zum Beispiel endlich das ungerechte System der indirekten Steuern verschwinden müsse. Das durchschaut kein Mensch – und das ist doch Absicht der Herrschenden! Gerechtigkeit in der Gesellschaft hat als erstes Einfachheit und Durchschaubarkeit zur Grundlage. Aber unser Gesetzesgewirr ist nicht zu durchschauen und soll es auch nicht. Weil sich so wunderbar die alte Formel „Teile und herrsche“ verwirklichen lässt – man kann die einen gegen die anderen ausspielen und die merken es nicht einmal! Bestes Beispiel ist die Ungleichbehandlung der Menschen in Ost und West, nur eines unter vielen.

Aber dieser Programmentwurf ist ein Anfang! Er zeigt die richtige Richtung, seine Ziele nützen den Menschen – und dafür, nicht für Posten in „Regierungsverantwortung“, sollte die Partei die Richtung weisen! Ich habe Sorge, dass „Realos“ und „Pragmatiker“ die Partei auf einen Weg bringen, den Bündnis 90/Grüne schon gegangen ist – und bald auch aus der „Wirtschaft“ Parteispenden erhält! Wollen diese Art Kritiker das? Ist es ihr fernes Ziel, einem Schröder nacheifern zu können, oder Althaus? Was hat es der SPD gebracht, die AGENDA 2010 einzuführen – war das kein Niedergang, keine Lehre für die „Realos“ und „Pragmatiker“? „Schaut dem Volk aufs Maul!“, möchte ich in Anlehnung an Luther sagen – dort hat eure Welt zu sein! Oder – ihr gehört nicht in DIE LINKE!



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