Drei-Säulen-Modell?


Bildmontage: HF

06.07.11
LinksparteidebatteLinksparteidebatte, Debatte 

 

Von Karl Ludwig Ostermann

Heute erschien auf "scharf links" ein Artikel von Wolfgang Huste, offensichtlich der Linkspartei verbunden, zu einem drei Säulenmodell.
 
In diesem Artikel sind symptomatisch alle Elemente vorhanden, wie ein politisches Vorwärtskommen in diesen Tagen genau nicht geht. Beispiele:
 
- kein Bezug zur Klasse
- kein Verständnis der strukturellen Probleme des Parlamentarismus der Linkspartei
- kein Verständnis des Angriffs auf den Lohn als Kern kapitalistischer Strategie und deshalb völlige Verkennung der richtigen Systematik von Tagesforderungen (Weg mit Hartz IV ist und bleibt zentral!)
- im Abschnitt a genau falsche Prioritätensetzung: Wichtig ist ein Vorwärtskommen in der analytischen und strategischen Debatte, erst dieses Vorwärtskommen kann richtige, konstruktive und dann auch erfolgreiche Bündnispolotik determinieren
- kein Verständnis der Gewerkschaftsfrage und somit Hilfslosigkeit, warum es die von ihm erwünschten "klassenbewusten" Gewerkschafter aus strukturellen Gründen dier deutschen Gewerkschaften immer weniger gibt ....
 
und, was mir ganz besonders wichtig ist:
 
- kein Hinweis auf die unabdingbar notwendigen Basis- und Kleinarbeit in sozialen Feldern und in derArbeiterklasse (die in der Linkspartei so gut wie nicht vorkommt)
- kein Hinweis auf eine Analyse erfolgreicher (Dresden, Stuttgart 21) und nicht erfolgreicher ("wir zahlen nicht für eure Krise") Kampagnen und Bewegungen

Wolfgang Huste meint es in seinen unteren Abschnitten sicherlich ehrlich, wenn er meint, daß man die Linken in der Linken stärken soll. Sein Ansatz bleibt aber beim Apell und ist deshalb vom Scheitern bedroht. Ebenso ist sein Ansatz, die verschiedensten Strömungen sollten ihr "Sektierertum" beenden und Zusammenarbeit lernen, nur apellhaft. Er erkennt die Zerfasertheit der linken Strömungen nicht als Ausdruck der politischen Prozesse der letzten 20 Jahre, deren inhaltliche Substanzen analysiert und diskitiert werden müssen. Es reicht eben nicht, daß wir uns in der Bündnisarbeit in Zukunft alle lieb haben.

Eine Zukunftsfähige linke Strömung und in Folge eine Verbesserung der Organisierung wird sich in einer Art "Clusterung" der besseren politischen Praxis und der richtigen theoretischen Analyse, d.h. eines qualitativ besser die aktuelle Krise des Kapitalismus spiegelnden Erkenntnisprozesses ergeben. Wenn hier Erkenntnisfortschritt und Praxisfortschritt eines sich entfaltenden Klassenkampfes, an dem linke Kräfte mitwirken, eine Strahlkraft gegenüber allen von der kapitalistischen Realität gedrückten Menschen entfaltet, wird eine "Clusterung" der agierenden Kräfte schnell fortschreiten können.

Erst dann, wirklich erst dann, brauchen wir uns überhaupt erst über den Sinn einer Arbeit im Parlament unterhalten. Was jetzt mit die PDL vorführt, einschließlich ihres "linken Flügels" ist absurd und absorbiert die Kräfte von tausenden von klugen und zum Engegemant bereiter Menschen, die wir zur praktischen Arbeit und zur analytischen Durchdringung der Lage dingend brauchen.



Plädoyer für eine antikapitalistische Drei - Säulen - Strategie - 05-07-11 21:26




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