Corona-Pandemie macht die Schwächen unseres Gesundheitswesens deutlich

20.03.20
Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz, News 

 

Von DIE LINKE. Rheinland-Pfalz

Zu dem offenen Brief der rheinland-pfälzischen Ärztekammer über den Zustand des Gesundheitswesens erklärt Dr. Hildegard Slabik-Münter, Mitglied im Geschäftsführenden Landesvorstand:

„Die Ärztekammer bestätigt, was wir seit Jahren vortragen: „Das Gesundheitssystem ist Daseinsfürsorge und kein Platz, um Renditen zu erwirtschaften“. Wir wollen genau deswegen private und privatisierte Kliniken unter öffentliche Aufsicht zu stellen, unser Ziel ist die Rekommunalisierung der Krankenhäuser, Renditestreben ist kein angemessener Ratgeber für das Gesundheitswesen. Die Bereitstellung von Betten in Kliniken durch Verschiebung von planbaren Operationen muss finanziell voll ausgeglichen werden. Die Notsituation darf nicht dazu führen, dass noch mehr kleine Kliniken aus wirtschaftlichen Gründen die Pforten schließen. Das Fallpauschalensystem, das dazu geführt hat, dass „unser Gesundheitssystem bereits auf Kante genäht ist“, muss umgehend durch ein am Wohl des Patienten ausgerichtetes System ersetzt werden.

Deutliche Gehaltszulagen für Beschäftigte insbesondere in der Pflege sind notwendig, auch um Anreize für (zeitweilige) Berufsrückkehrer und solche Beschäftigte, die von Teilzeit auf Vollzeit wechseln, zu schaffen. Die Arbeitsbedingungen für das Personal in Gesundheitseinrichtungen müssen verbessert werden, indem nicht unbedingt notwendige Arbeiten ausgesetzt werden und dafür gesorgt wird, dass auch in Notzeiten Pausen eingehalten werden können.

Die Corona-Pandemie zeigt, dass die gewinnorientierte globale Marktwirtschaft nicht geeignet ist, die Grundbedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Die gesetzlich verordneten Rabattverträge der Krankenkassen mit den Pharmaunternehmen und die Renditeorientierung der Pharmaindustrie haben dazu geführt, dass die Medikamentenproduktion fast vollständig in Niedriglohnländer verlegt worden ist. Als Folge davon sind die Medikamentenengpässe immer bedrohlicher geworden. Die Corona-Pandemie zeigt, dass dem Kaputtsparen und der Privatisierung des Gesundheitswesens ein Ende gesetzt werden muss.“

 







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