„Es geht um unser Energiesystem der Zukunft"


24.05.08
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Über 600 bei Demonstration gegen neuen Kohleblock im Mannheimer Großkraftwerk

An der Demonstration gegen den geplanten Block 9 des Großkraftwerks Mannheim (GKM) beteiligten sich heute 600 Menschen. Die Gegnerinnen und Gegner des Neubaus forderten eine grundlegende Umkehr in der Energiepolitik. Bunte Unterstützung erhielten die Proteste durch die TeilnehmerInnen der derzeit in Heidelberg stattfindenden Attac-Aktionsakademie und von unabhängigen Klima-Aktionsgruppen.

Die heutigen Proteste begannen mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz von Mannheim-Neckarau. Danach bewegte sich der Demonstrationszug durch den Mannheimer Vorort. Ziel ist das Großkraftwerk und der dort für Block 9 vorgesehene Bauplatz.

Der Geschäftsführer des BUND Rhein-Neckar-Odenwald, Matthias Weyland, sprach bei der Auftaktkundgebung für den regionalen Zusammenschluss der Kohlekraftgegner „ikema" (Initiative Klima und Energie Mannheim): „Ob dieses neue Kohlekraftwerk gebaut wird, ist eine absolute Richtungsentscheidung. Es geht um unser Energiesystem der Zukunft. Es geht heute darum, ob wir als Gesellschaft ein neues fossiles Energiesystem aufbauen wollen, das die nächsten 40 Jahre lang Bestand haben soll oder ob wir stattdessen die Chance zum Umbau nutzen."

„Die Pläne für einen weiteren Kohlekraftwerksblock hier in Mannheim haben System", so Jutta Sundermann von der Attac-Stromkonzernkampagne. „Das System heißt Milliardengewinne für RWE und EnBW, an anderen Orten der Republik auch EON und Vattenfall. Die Stromkonzerne kontrollieren die Energieversorgung und mischen sich heftig in die Politik ein. Auch hier in Mannheim haben sie sich breit gemacht: RWE und EnBW halten schon über 70% der Anteile am Großkraftwerk Mannheim."

Die wachsende Protestbewegung gegen neue Kohlekraftwerke schließt sich inzwischen auch überregional zusammen. Michael Wilk vom Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden berichtete von der Erfahrungen im Widerstand gegen das in Mainz geplante Kohlekraftwerk: „Die offizielle Politik handelt verantwortungslos, das ökologische und auch das soziale Gewissen der Parteien orientiert sich am eigenen Machterhalt und an Legislaturperioden. Auch am Punkt Kohlekraftwerk bewegen sich die Parteien erst, wenn es Druck von unten gibt."

Die Demonstration war geprägt von zahlreichen Aktionsgruppen, die sich in den letzten Tagen bei der Aktionsakademie von Attac in Heidelberg auf eine lebendige Gestaltung von Protesten vorbereitet haben: eine lautstarke Sambagruppe, politisches Straßentheater, Großpuppen und Demo-Clowns. Ebenso dabei sind unabhängige Klima-Aktionsgruppen.

„Mal wieder treten wir an zum Kampf zwischen David und Goliath" so Jutta Sundermann von Attac. „Wir nehmen die Einschüchterungen und Selbstherrlichkeit der Stromgiganten nicht mehr hin."

Zu der Demonstration gegen den geplanten Neubau von Block 9 im Mannheimer Großkraftwerk (GKM) hatten zusammen mit der Initiative Klima + Energie Mannheim, ikema, zahlreiche Gruppen wie Attac, der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), das Friedensplenum Mannheim, Greenpeace Rhein-Neckar sowie die Mannheimer Stadtratsfraktionen der Parteien Die Grünen und Die Linke und engagierte Einzelpersonen aufgerufen.







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