Es riecht nach unbefristetem Streik in den nächsten Wochen


28.11.07
TopNewsTopNews, Wirtschaft 

 

Kommentar von Joga Twickel
 
Zwar haben sich  GDL-Vorstand und -Tarifkomission auf eine Verhandlungsrunde mit dem Bahnvorstand am kommenden Montag eingelassen. Aber Manfred Schell machte deutlich, daß er auch nur für  e i n e  Verhandlungsrunde beauftragt sei. Darin soll der geschäftsführende GDL Vorstand die Rechtsposition des eigenständigen Tarifvertrags klären. " Sollte dabei Übereinkunft erzielt werden, wird auf dieser Basis über Entgelt und Arbeitszeitverbesserungen verhandelt. Wird hingegen keine Einigung über einen eigenständigen Tarifvertrag, der seinen Namen verdient, erzielt, provoziert der Arbeitgeber weitere Streiks." heißt es dazu knapp auf der GDL-website.

Es geht also zunächst noch gar nicht um Lohn- und Arbeitsbedingungen. Kernpunkt ist und bleibt für die GDL der eigenständige Tarifvertrag. Wie eigenständig ist der Tarifvertrag, den der DB Vorstand anbietet ? Darum geht es. Was kann bei dieser Verhandlungsrunde herauskommen?

Was kann dabei herauskommen, wenn Mehdorn weiterhin verkündet, daß sicher keiner Gruppe "irgendwelche Privilegien" eingeräumt werden ? Was kann dabei herauskommen, wenn Schell dies Angebot eines eigenständigen Tarifvertrags - nach mehrtägiger Prüfung - bereits eindeutig als "Mogelpackung" benannt hat ? Der Vertrag sei nur pro Forma eigenständig, da er nur abgeschlossen würde, wenn dabei die Tarifeinheit der Bundesbahn gewahrt bliebe. Was kann dabei herauskommen, wenn die Kollegen der GDL angesichts dieser Einschätzung bereits auf unbefristeten Streit drängen ?
Die Antwort scheint mir eindeutig: die Verhandlungsrunde ist ein taktisches Angebot der GDL, um in der Öffentlichkeit deutlich zu machen: wir bewegen uns ! Wir prüfen ernsthaft ! Auch wenn alles nach einer Mogelpackung aussieht ! An uns liegt es dann also nicht, wenn wir unbefristet streiken müssen ! Mehdorns Mogelpackung provoziert den Streik !

Auch das 'Neue' am Lohnangebot der DB AG beläuft sich ja beim Hinsehen auf genau 1 % Lohnerhöhung ! Der Rest, das sind die bekannten 4,5 % Lohnerhöhung aus dem bereits bestehenden Tarifabschluß der Tarifgemeinschaft, 2,5 % 'geänderte Zulagenregelung' bedeuten, daß die 41. Arbeitsstunde pro Woche, die die Lokführer bisher unbezahlt arbeiten mußten, endlich bezahlt werden soll. Dann bleibt noch, um auf 13 % mehr Lohn zu kommen, die Unverschämtheit, 5% mehr Arbeitszeit (zwei Wochenstunden) - wen jemand sie freiwillig leisten will - als 5%ige Lohnerhöhung auszugeben. Alle Medien publizieren konzertiert diese Volksverarschung !

Wahrlich alles nur triftige Gründe, daß die Eisenbahner der GDL der DB AG, der Bundesregierung, der deutschen Wirtschaft den unbefristeten Streik aufs Auge drücken, bis es so schmerzt, daß ein eigenständiger Tarifvertrag mit vernünftiger Entlohnung und verbesserten Arbeitsbedingungen herausgerückt wird vom Bahnvorstand !







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