Bürgerinitiative: Internationale Urantransporte verbieten - sofort!


30.04.08
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In der aktuellen Debatte über die Sicherheit der Castor-Atommülltransporte hat sich jetzt auch der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau zu Wort gemeldet. Die Bürgerinitiative im westfälischen Gronau engagiert sich seit langer Zeit gegen die einzige deutsche Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau und gegen jegliche Atomtransporte.

Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau fordert das sofortige Verbot aller Atomtransporte. Speziell für den Atomstandort Gronau fordert er das Verbot der hochgefährlichen Uranhexafluorid-Transporte, die teilweise mehrfach im Monat im Zusammenhang mit der Gronauer Urananreicherungsanlage mit Sonderzügen oder LKW-Konvois erfolgen. In der UAA Gronau wird Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken vorbereitet. Die Verarbeitung erfolgt in der Form des Uranhexafluorids -das Material ist radioaktiv und reagiert mit Wasser u. a. zu Flußsäure.

Über die Urantransporte ist die Gronauer Urananreicherungsanlage mit der Atomindustrie in der ganzen Welt verquickt. So kommt z. B. Natururan aus Frankreich nach Gronau, angereichertes Uran geht nach Schweden und Uranmüll wird nach Russland verbracht (jeweils in Form des strahlenden Uranhexafluorids).

Bei diesen Transporten werden Container mit bis zu 12,5 Tonnen Inhalt genutzt. Die Sonderzüge mit Uranmüll nach Russland beinhalten zum Teil bis zu 1000t Uranhexafluorid. Nach Angaben des Arbeitskreises Umwelt (AKU) Gronau ist die Sicherheit der Container für die Bevölkerung nicht überprüfbar. Deutsche, russische, französische oder amerikanische Uranhexafluoriscontainer werden weltweit kreuz und quer hin- und hertransportiert. Wer letztlich für die Sicherheit und Kontrolle eines einzelnen Containers verantwortlich ist, ist nicht nachvollziehbar. Und im Falle eines Unfalles wird sich nach Auffassung des AKU Gronau herausstellen, dass die Versicherungsfrage völlig ungelöst ist.

Udo Buchholz, Mitglied des AKU Gronau und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V.: „Die zahlreichen Uranhexafluoridtransporte lösen Angst und Schrecken aus. Bei einem Unfall mit Freisetzungen müsste die Bevölkerung sofort im Umkreis von mehreren Kilometern evakuiert werden. Ein unmögliches Unterfangen, da die Transporte weitgehend geheim durchgeführt werden und Hilfskräfte wie Feuerwehr oder Rotes Kreuz entlang der Transportrouten nicht vorab über die Transporte informiert werden. Besonders große Unruhe löste ein Sonderzug mit Uranmüll von Gronau nach Russland aus, der im Kreis Steinfurt einen Bahnübergang passierte, dessen Schrankenanlage defekt war.“

Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau betont, dass es immer wieder Proteste gegen die Urantransporte gab und gibt, im gesamten Münsterland, aber auch z. B. in den Niederlanden und auch in Russland. Buchholz: „Am Wochenende tagt die Frühjahrskonferenz der bundesweiten Anti-Atomkraft-Bewegung in Ahaus. Dort wird die Planung weiterer Aktionen gegen alle Atomtransporte einen hohen Stellenwert haben. Letztlich geht es bei der Konferenz darum, die Strategien zur Stilllegung aller Atomanlagen weiter zu entwickeln.“

Die örtlichen Proteste des AKU Gronau werden u. a. vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. unterstützt. In Rußland arbeitet der AKU eng mit der russischen Umweltorganisation Ecodefense zusammen.

 







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