China: GOLD FÜR MENSCHENRECHTE

08.04.08
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Shi Tao - Zehn Jahre Haft für eine E-Mail

Von amnesty international Deutschland - www.amnesty.de

Der Journalist und Dichter Shi Tao schrieb am 20. April 2004 eine E-Mail, die ihn teuer zu stehen kam. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er bei einer Zeitung in der chinesischen Provinz Hunan. Auf einer Redaktionssitzung, kurz vor dem 15. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demonstrationen auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens, wurden die Redakteure über eine neue Richtlinie der Kommunistischen Partei informiert. Diese sah strikte Verhaltensmaßregeln bei der Berichterstattung zum Jahrestag vor. Die Partei „warnte" Medienvertreter vor möglichen sozialen Unruhen und der Unterwanderung durch „demokratische Kräfte und feindliche ausländische Elemente" und forderte sie auf, „vorbeugende Maßnahmen" zu ergreifen. Journalisten wurden angewiesen, „die öffentliche Meinung korrigierend zu beeinflussen" und „keine Meinungen, die der zentralen Politik zuwider liefen, zu veröffentlichen". Shi Tao schrieb ein Protokoll von der Sitzung und sandte es anonym über seinen Yahoo-Account an einen Mitarbeiter der Stiftung „Asia Democracy" mit Sitz in New York. Noch am selben Tag wurde seine E-mail unter einem Pseudonym auf verschiedenen Webseiten veröffentlicht.

Am 24. November 2004 verhafteten Sicherheitskräfte Shi Tao und beschlagnahmten Computer und Laptop. Am 31. Januar 2005 klagte man ihn offiziell wegen der „Weitergabe von Staatsgeheimnissen" an. Sein Internet-Anbieter Yahoo, der in einem Vertrag mit der chinesischen Regierung die drastischen Zensurmaßnahmen faktisch anerkennt, hatte den Standort des Sendercomputers herausgefunden und an die chinesischen Ermittler weitergegeben.

Shi Tao wurde im April 2005 zu zehn Jahren Haft verurteilt. Seine Familie ist seit seiner Verhaftung ständigen Schikanen ausgesetzt. Seine Ehefrau hielt dem Druck nicht stand und ließ sich von ihm scheiden.

Amnesty International betrachtet Shi Tao als gewaltlosen politischen Gefangenen, der nur deshalb in Haft ist, weil er die grundlegenden Menschenrechte auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit friedlich ausgeübt hat.

Amnesty International setzt sich für bedrohte Menschenrechtsaktivisten ein.

URL: http://www.goldfuermenschenrechte.de/einzelfall_shi.html

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E-Mail*

mailto:chinaemb_de@mfa.gov.cn

Brief

http://www.goldfuermenschenrechte.de/pdf/Einzelfall_Shi_Tao.pdf

* Kopieren Sie den folgenden Text in die E-Mail an Ministerpräsident Wen:

--

chinaemb_de@mfa.gov.cn

 

FREIHEIT FÜR SHI TAO

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Wen,

der Journalist und Dichter Shi Tao sitzt seit 2005 wegen einer E-mail in Haft. Er wurde ausschließlich wegen der Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung und Informationsfreiheit verurteilt.

Ich fordere Sie auf, Shi Tao sofort und bedingungslos freizulassen. Ich verlange von Ihnen, dass jeder Mensch in China das Internet nutzen darf, um sich legitime Informationen zu beschaffen, weiterzugeben und zu verbreiten.

Ich möchte Sie und Ihre Regierung an das Versprechen erinnern, die Menschenrechtssituation in China zu verbessern. Ich fordere im Zusammenhang mit der Austragung der Olympischen Spiele in Peking 2008 GOLD FÜR MENSCHENRECHTE.







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