"Militante Linke wächst". Meint der FOCUS.


Bildmontage: HF

10.03.08
TopNewsTopNews, Politik 

 

Von Michael Schreiner

Der Focus warnt mal wieder vor einer Bedrohung der Demokratie von links. Er spricht von einem Erstarken der "radikalen militanten Linken" und warnt in diesem Zusammenhang freilich auch -mal wieder- vor der Partei DIE LINKE. Um seine wirren Schürungen der "Angst vor den Linken" zu untermauern, verweist er auf "extremistische Gruppen, die in der Linkspartei mitarbeiten". Wer sich den Artikel antun mag, kann das hier tun: www.focus.de/politik/deutschland/verfassungsschutz_aid_262471.html

Im Grunde erübrigt es sich, auf Artikel des "Nachrichtenmagazins" FOCUS zu reagieren. Dieser befindet sich in vorderster Front, wenn es darum geht, alternative Politikkonzepte zu delegitimieren.

Ich möchte mich zu einigem aber doch noch äussern, da die im FOCUS dargestellten "Fakten" sachlich falsch sind.

Es wird unter anderem auf "marxistisch-leninistische und andere revolutionär marxistische Gruppen" hingewiesen, die in der Partei DIE LINKE mitarbeiten. Genannt wird die Kommunistische Plattform, ferner sind wohl auch weitere aus der PDS kommende innerparteiliche Zusammenschlüße wie das Marxistische Forum und der Geraer Dialog gemeint. Zusätzlich dürfte es sich um trotzkistische Gruppen wie die SAV oder die isl handeln, die -zumindest im Westen- innerhalb der neuen Linkspartei mitarbeiten.

Die Verknüpfung der genannten innerparteilichen Zusammenschlüsse und eigenständigen Gruppen mit der sogenannten "militanten radikalen Linken" ist zunächst einmal schlichtweg falsch und zeugt entweder von Unkenntnis der Zusammenhänge oder -hiervon gehe ich viel mehr aus- von gewollter Diffamierung. Grundsätzliche Fragen von Strategie und Taktik, aber auch völlig verschiedene inhaltliche Grundsätze trennen die marxistischen Gruppierungen von der radikalen Linken. Diese ist nicht in der Partei DIE LINKE organisiert und steht ihr im Gros skeptisch bis ablehnend gegenüber.

Ich habe allerdings nicht vor, mich an dieser Stelle pauschal von der radikalen Linken zu distanzieren. Viel mehr protestiere ich entschieden dagegen, diese als "kriminellen Chaotenhaufen" zu beschimpfen. In der radikalen und autonomen Linken gibt es viele Menschen mit einem hohen Maß an Idealismus- sie analysieren richtig die zunehmende Unmenschlichkeit des Kapitalismus, kämpfen gegen Rassismus, Sexismus und Neofaschismus. Aus diesen Gründen betrachte ich sie als meine potentiellen BündnispartnerInnen, wenn ich auch in manchen Fragen anderer Ansicht bin als sie.

Nach den G8-Protesten wurde schon ausführlich über Militanz diskutiert. Daher habe ich keine Lust, an dieser Stelle das Faß wieder aufzumachen. Nur so viel: denkt bitte einmal über das alte Prinzip der Erforschung von Ursachen und Wirkungen nach. Wenn das noch nichts hilft: lest, lest, lest. Damit meine ich aber nicht den FOCUS und ähnliche Schmierenblätter. 

Michael Schreiner







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