Frauen im Saarland sind wahre Gipfelstürmerinnen


07.03.08
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Informationen des statistischen Landesamtes zum internationalen Frauentag am 8. März 2008

Saarbrücken (sk) - Frauen im Saarland sind qualifiziert und erwerbsorientiert wie nie zuvor, dennoch gibt es weiterhin geschlechtsspezifische Unterschiede, die vor allem die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt für Frauen prägen. Das zeigen Daten und Fakten zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen im Saarland, die das Statistische Amt anlässlich des Internationalen Frauentages zusammengestellt hat.

Junge Frauen mit größerem Schulerfolg

Im Schuljahr 2006/07 waren von den Schulabgängerinnen und Schulabgängern mit Hochschulreife (Abitur) 55 Prozent Frauen. Der größere Schulerfolg der Mädchen im allgemeinbildenden Schulwesen kommt auch darin zum Ausdruck, dass diese unter den Schulentlassenen mit Hauptschulabschluss nur mit 44 Prozent und unter den Abgängerinnen und Abgängern ohne Hauptschulabschluss nur mit 38 Prozent vertreten sind. Insgesamt erreichten mehr junge Frauen als Männer höhere Schulabschlüsse: während 65 Prozent der Mädchen einen mittleren oder höheren Schulabschluss nachweisen konnten, war dies bei nur 56 Prozent der Jungen der Fall.

Jede zweite Studierende ist eine Frau

Zu Beginn des Wintersemesters 2006/07 hatten sich an den Hochschulen des Saarlandes 9 588 Studentinnen (48 Prozent) eingeschrieben. Von den Studienanfängerinnen und -anfängern waren 54 Prozent Frauen. Doch bei der Studienfachwahl gibt es noch geschlechtsspezifische Unterschiede. Die bei Frauen beliebteste Fächergruppe an den Hochschulen des Saarlandes waren die Sprach- und Kulturwissenschaften. 3 418 Studentinnen waren in diesen Fächern im Wintersemester 2006/07 eingeschrieben. Der Frauenanteil lag bei 69 Prozent. 2 633 weibliche Studierende gab es in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (50 Prozent Frauenanteil). 1 135 Frauen entschieden sich für ein Studium im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften mit 32 Prozent Frauenanteil. Vom wissenschaftlichen und künstlerischen Personal der saarländischen Hochschulen war jede dritte Stelle im Jahr 2006 von einer Frau besetzt. Allerdings gab es nur 59 Professorinnen; das entspricht einem Anteil von lediglich 14 Prozent .

Frauen konzentrieren sich immer noch auf relativ wenige Ausbildungsberufe

Sechs Zehntel aller weiblichen Auszubildenden konzentrieren sich auf zehn Ausbildungsberufe. Die Hälfte davon kann als typische Frauenberufe bezeichnet werden, denn die Frauenquote liegt dort bei über 90 Prozent. An der Spitze der Gunst der Frauen standen Ende 2006 die Berufe Bürokauffrau bzw. Kauffrau für Bürokommunikation (1 572) Kauffrau im Einzelhandel (553), Friseurin (544), Arzthelferin (443) und Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (442).

Frauen erwerbsorientiert wie nie

Im Jahr 2006 lebten im Saarland 336 100 Frauen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis unter 65 Jahren. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) war erwerbstätig. Vor 10 Jahren lag diese Quote noch bei 43 Prozent. Bemerkenswert ist, dass 60 Prozent aller Frauen mit Kindern einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Allerdings übten drei Viertel der Mütter lediglich eine Teilzeitbeschäftigung aus.

Verdienste der Frauen liegen noch zurück

Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienten im Jahr 2006 im Produzierenden Gewerbe des Saarlandes im Durchschnitt 31 988 Euro brutto. Männer kamen auf 40 719 Euro Bruttojahresverdienst. Die Verdienstmöglichkeiten sind in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich. So verdienten Frauen im Ernährungsgewerbe beispielsweise im Schnitt 23 993 Euro, während sie in der Elektrizitätsversorgung auf 43 343 Euro kamen. Die Männerverdienste lagen in diesen Wirtschaftsbereichen bei 35 923 Euro bzw. 47 663 Euro. Tendenziell sind Frauen in Wirtschaftsbereichen und Berufen mit überdurchschnittlichen Löhnen und Gehältern weniger stark vertreten als Männer.

Frauen in Parlamenten noch unterrepräsentiert

Mit Ausnahme des Europaparlaments, in dem derzeit zwei Frauen und zwei Männer die saarländische Interessen vertreten, sind die Frauen des Saarlandes in den verschiedenen Parlamenten noch immer unterdurchschnittlich vertreten. So sitzen im Deutschen Bundestag zurzeit drei weibliche und sieben männliche saarländische Abgeordnete. Im Saarländischen Landtag sind ein Drittel (18 Abgeordnete) der 51 Abgeordneten Frauen. 50 Frauen (24 Prozent) sind Mitglied im Stadtverbandstag und den Kreistagen. Jeweils 21 Prozent beträgt der Frauenanteil in den Stadt- und Gemeinderäten (369 Frauen) und in den Ortsräten (648 Frauen).

Nahezu die Hälfte der Frauen lebt mit ihrem Ehemann zusammen

Im Jahr 2006 war annähernd jede zweite Frau (46 Prozent) verheiratet und lebte mit ihrem Ehemann zusammen. Zusammen in einer Lebenspartnerschaft ohne Trauschein lebten 5 Prozent. 29 Prozent der saarländischen Frauen wohnten im Jahr 2006 mit Kindern zusammen. Davon war jede Fünfte alleinerziehend. Ein Viertel der saarländischen Frauen (27 Prozent) lebte in einer Partnerschaft oder Ehe ohne Kinder, knapp 22 Prozent waren alleinstehend. Als Töchter im Elternhaus wohnten ebenfalls 22 Prozent.

Das erste Kind kommt später zur Welt

Frauen bekommen weniger und später ihre Kinder. Im Jahr 2006 wurden 7222 Babies geboren, das waren 28 Prozent weniger als 10 Jahre zuvor. Im Durchschnitt bekam eine verheiratete Frau ihr erstes Kind im Alter von 29,5 Jahren. Das war 1,2 Jahre später als 1996.

Das Alter ist weiblich

Ende 2006 lebten im Saarland 535 947 Frauen. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 51,4 Prozent. Jede 4. Frau im Saarland war 65 Jahre oder älter. Ab dem 58. Lebensjahr ist der Anteil der weiblichen Bevölkerung größer als der männliche. Der Frauenüberschuss steigt in den älteren Jahrgängen an und führt zu einer beachtlichen Frauenmehrheit an der Spitze der Alterspyramide. Ursachen sind die längere Lebenserwartung von Frauen und die Verluste bei der älteren männlichen Bevölkerung aufgrund des Zweiten Weltkriegs. Von den 52 205 über 80-Jährigen im Jahr 2006 waren 71 Prozent Frauen.

Die Lebenserwartung steigt

Im Zeitraum 2004/2006 betrug die Lebenserwartung neugeborener Mädchen 80,8 Jahre. Damit hat der weibliche Nachwuchs "rein statistisch" die Chance, zwei Jahre länger zu leben als 1993/95. Übrigens: neugeborene Jungen können lediglich mit einer Lebenserwartung von 75,4 Jahren rechnen - drei Jahre länger als 1993/95.







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