DIE LINKE.Saar fordert Ende der Steinkohle 2078

31.03.08
TopNewsTopNews, Saarland 

 

Saarländischer Kratersee ist schon ab Mitte des Jahrhunderts aus dem Weltraum zu bestaunen

Von Thomas Lutze


Am letzten Tag im März verkündeten die Medien, dass das Saarland seinen Bergbau behalten darf. Das kleine Flöz Grangeleisen soll nun den tapferen Knappen Lohn und Brot, besser Bier und Lyoner geben. Niemand im Lande ist aufgefallen, dass dem letzten im März immer der erste im April folgt. Niemanden?

Nein, eine kleine Truppe ewig gestriger Linker lacht sich halb tot, wenn sie sich diese Topmeldung des Tages reinziehen. Grangeleisen? Geht´s noch? Soll damit der Wirtschaftsstandort Saar gerettet werden? Und bei der ersten Windböe geht der Terz mit den Beben wieder von vorn los. Nein die Mehrheit der Saarländer hat es satt, sich auf halbgare Rostwurst einzulassen. Wenn schon Kohle, dann richtig!

Im Saarland liegt heute noch mehr Kohle unter Tage, als jemals zwischen Saar und Blies gefördert wurde. Und das planlose Herumbuddeln unter Tage hatte Grubenunglücke mit hunderten Toten und wie jüngst der Fall, Erdbeben der Stärke 4 zur Folge. Noch nicht einmal eine bundesweite Spendenaktion hat es nach dieser Katastrophe gegeben, keine Sonderlotterie, nix mit Soli-Marken bei der Post oder wie auch immer die heute heißen.

Also, so die von Linksaußen, muss mehr her als nur Grangeleisen. Mit einer Wahlumfrage von aktuell 29 Prozent im Rücken darf´s schon etwas mehr sein: Ein Steinkohlentagebau. Da stockt das Herz. Wie soll das gehen? Das schwarze Gold liegt zwischen 1200 und 1800 Meter tief. Macht nichts, sagen die Sozialisten. Wichtig ist bei der politischen Saar-Debatte, dass "Erdbeben ausgeschlossen werden", und dafür können sich die dunkelroten Saar-Genossen im Gegensatz zur kompletten parteipolitischen Konkurrenz verbürgen. Ein Tagebau arbeitet frei von Erschütterungen aller Art. Ehrenwort!

Zum kleinen Landesparteitag am kommenden Samstag wird somit auch den Delegierten in Neunkirchen ein komplettes Nutzungskonzept vorgeschlagen. erst kurz vor Ostern fand in der Saarbrücker Landesgeschäftsstelle ein Pressetermin mit den stellvertretenden Vorsitzenden der Sächsischen Linken statt. Offiziell ging es um "Privatisierung", besser deren Verhinderung. Hinter den „Kohlissen“ stellte der Links-Funktionär die erfolgreichen Renaturierungskonzepte ostdeutscher Tagebaue vor. Saar-Chef Linsler betone aber, sichtlich um Gesichtswahrung bemüht, dass der neue Tagebau in staatlicher Hand betrieben werden müsse und die Gewerkschaften die Abbaugeschwindigkeit der gigantischen Förderanlagen festlegen dürfen.

Einen mittleren Herzkasper erlitt lediglich der Bundestagsabgeordnete Hill. Nicht, wie vielleicht zu vermuten wäre, weil Hill einen auf Öko machen wollte oder hässliche Windräder favorisiert hätte. Nein, aus diesem Alter ist er mittlerweile raus. Er stellte fest, dass seine kleine Villa in Eiweiler daran glauben muss. Der Tagebau braucht Platz, viel Platz. Von Steinrausch bis Lebach-Ost kommt alles weg. Ein großes Loch wird das Saarland künftig auf allen Atlanten zieren. Und da der Abraum auch irgendwo hin muss, entsteht ringsum ein Gebirge.

Wer jetzt noch keine Fantasie hat, welch herrliche Landschaften nach dem Ende der Steinkohle im Jahr 2078 geschaffen werden, der hat entweder keine Fantasie oder ist kein Linker. So einfach ist die Welt.







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