Mit Feuer und Wasser gegen die BAYER-Pipeline


Lang zog sich der Protest gegen die BAYER-Giftgas-Pipeline durch die Erkrather Fußgängerzone.

15.03.08
TopNewsTopNews, Umwelt, Düsseldorf 

 

Düsseldorfer Bauaufsicht schweigt seit mehreren Monaten

Rette sich wer kann - vor der geplanten hochtoxischen Kohlenmonoxidpipeline zwischen Dormagen und Krefeld-Uerdingen, dem ungebremsten Profitstreben des BAYER-Konzerns und vor den widersprüchlichen Aussagen der Parteien im Düsseldorfer Landtag. Dies war das unausgesprochene Motto bei dem eindrucksvollen Fackelzug vom Erkrather Rathaus zur Pipeline-Baustelle in unmittelbarer Nähe der Autobahn A 3, die an dieser Stelle von weit mehr als 100.000 Fahrzeugen am Tag passiert wird.

Die Politiker an der Basis sind sich bis auf einige Ausnahmen in CDU, SPD und FDP einig, dass das tödliche BAYER-CO nicht durch die Kommunen gedrückt werden soll. Aber im nordrhein-westfälischen Landtag stehen diese drei Parteien bis auf vier "Enthalter" von der CDU geschlossen auf der Seite von BAYER. Gegner: Die Grünen und der Ex-Grüne Rüdiger Sagel (PDL).

Die Widersprüche in den Parteien treiben merkwürdige Blüten: Die SPD-Landtagsfraktion steht wie ein Mann hinter der CO-Pipeline.  Der Schaukasten des SPD-Ortsvereins Hubbelrath, der nur wenig neben der Pipeline aufgestellt ist, verkündet dagegen die freudige Botschaft, dass das Oberverwaltungsgericht Münster die Inbetriebnahme der Pipeline verboten habe. Dass die SPD im Landtag gegen dieses Verbot kämpft, wird nicht berichtet. Bei der Kundgebung neben der Autobahn outet sich ein Rufer in der Wüste: Ich bin in der FDP - und gegen die Pipeline. Gelächter folgt rings herum.

Die enge Verbindung zwischen BAYER und der CDU/FDP-Landesregierung bei gleichzeitiger Unterstützung aus der SPD ist den Gegnern der Pipeline klar. Auf dem Protestmarsch verkünden sie denn auch lautstark nach der liturgisch über den Lautsprecher formulierten Frage "Und was machen wir 2010?": "Ja, dann muss der Rüttgers geh'n." Es scheint so, als würden auch einige CDU-Anhänger lautlos ihre Lippen bewegen. Oder es wird gefragt "Für wen macht die Pipeline einen Sinn?" und die Antwort lautet hundertfach "Nur für BAYER und ihren Gewinn!"

Die Kraft der vielen Initiativen nimmt durch ihre Vernetzung, durch gemeinsame Aktionen und vielfältigen Widerstand zu. Neben der deutlich sichtbaren neuen Dauermahnwache in Erkrath mit mehreren hundert Holzkreuzen wird der Protest an die verantwortlichen Pipeline-Bauer und an die Bauaufsicht führende Bezirksregierung Düsseldorf gerichtet.

Uwe Koopmann, einer der Sprecher der Düsseldorfer Bürgerinitiative gegen die BAYER-Pipeline, hat erneut Anzeige gegen BAYER bei der Bezirksregierung erstattet. Seine ersten Proteste vom 2. und 8. November waren nicht beantwortet worden - aber die kritisierten Mängel wurden zum Teil behoben. Nun moniert er, dass die Rohre weiterhin rosten, in den Baugruben unter Wasser liegen. Koopmann: "Wenn das Feuer der Fackeln und der Wasserstand im Lehmboden der BAYER-Pipeline den Garaus machen, können alle Anwohner wieder ruhig durchatmen - ganz ohne Giftgas!"
Gerry Kuss







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