Die Wut bei den Nokiabeschäftigten ist groß. Zeigt Handlungsperspektiven auf!


Bildmontage: HF

29.01.08
TopNewsTopNews, Wirtschaft, Debatte 

 

Von Wolfgang Huste
 
Liebe Genossinnen und Genossen,
 
warum wird nicht innerhalb der Fabrik demonstriert, statt vor dem Tor? Wie wäre es mit einem "sleep in" in den Produktionshallen oder mit einer alternativen Firmenführung durch die Beschäftigten/den Betriebsrat?
 
Warum eignen sich die Nokiamitarbeiter nicht einen "Betriebsschatz" als Pfand an (zum Beispiel in Form von fertigen Handies) - ähnlich, wie es damals mit großem Erfolg die LIP- Arbeiter in Frankreich mit den Uhren machten? (Wer die Geschichte der LIP - Uhrenwerke nicht kennt: schnell im Internet nachlesen!).
 
Warum wird bei Nokia nicht symbolisch für eine Woche "in Eigenregie" der Lohnabhängigen gearbeitet?
Das ist nach dem Rechtsverständnis der Firmeninhaber, der Herrschenden, alles illegal- aber was sind dann die Massenentlassungen von Menschen? Ein soziales Verbrechen, gegen das wir uns wehren müssen- überall und täglich!
 
Wenn wir immer nur das beherzigen, was die jeweilige herrschende Klasse von uns verlangt, wären wir noch in der Sklavenhaltergesellschaft - stimmt's, oder habe ich Recht?
Also: mehr Mut zur Radikalität! Massenentlassungen sind kein Naturereignis wie Ebbe und Flut, wie Vulkanausbrüche, kein Schicksal, was wir ohnmächtig erdulden müssen.
Statt gemeinsames "Händchenhalten" sollten wir BürgerInnen in Solidarität mit den Betroffenen lieber die Firma besetzen! Das gibt mediale Aufmerksamkeit, das gibt den demonstrierenden Menschen auch moralische, innere Kraft, denn sie bewirken etwas, wenn sie gegen den Strom schwimmen und lieber als Täter statt als Opfer handeln. Die Wut der Betroffenen wird zur Zeit von konservativen Gewerkschaftern und Sozialdemokraten in "geordnete, entpolitisierende Bahnen" gelenkt, statt sie in paradigmatische Handlungen umzumünzen. Deshalb ist Widerstand ist angesagt- und nicht nur in verbaler Form.

Mit solidarischen Grüßen,
 
Wolfgang Huste, Bad Honnef
Ver.di -  Mitglied







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