Was wir so alles für unsere lieben Unternehmer tun sollen


11.12.07
TopNewsTopNews, Wirtschaft 

 

Dieter Hundt's und der deutschen Wirtschaft Erwartungen an Politik&Volk

Von Dieter Braeg

Allemal herhören, hier spricht der Unternehmerpräsi. Es ist mal wieder soweit, die alle halbe Jahre notwendige Befehlsausgabe erfolgt nun, damit es flutscht, beim  Projekt


WIR SIND DEUTSCHLAND!  UNS GEHÖRT DEUTSCHLAND! WAS GEHÖRT DIR?

NIX!

Hier unsere Erwartungen an die große Koalition.

Zunächst muss das Soziale Netz weiter "saniert" werden, mehr Selbstbeteiligung, nein nicht bei politischen Entscheidungen, sondern bei den Beiträgen, damit die 40-Prozent-Beitrags-Marke endlich deutlich unterboten wird - zur Entlastung von "Arbeitnehmern und Arbeitgebern" damit der Reichtum wächst und die Beschäftigung nur noch zum Mindestlohn garantiert wird.

Besonders bei den Renten muss was getan werden. Wir Wirtschaftsführer verlangen die "schrittweise und langfristige Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre"  bei gleichzeitiger Garantieentlassung jedes abhängig Beschäftigten der älter als 50 Jahre alt ist. Denn, wer für die Kampagne DU BIST DEUTSCHLAND ist, der braucht viel freie Zeit zum Nachdenken. Hundt-O-Ton: "Auch wenn das nicht Bestandteil der Wahlprogramme von CDU/CSU und SPD war, so haben namhafte Politiker aus beiden Parteien auf diese Notwendigkeit auch in letzter Zeit mehrfach hingewiesen."

Das eine solidarische Gesellschaft ausschließlich der Wirtschaft und den BesitzerInnen der Produktionsmittel zu helfen hat, ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Deswegen verlangt Hundt auch, dass die Finanzierung der Kranken- und Pflegeversicherung völlig vom Arbeitsverhältnis abgekoppelt wird. Da dies wohl mit einigen HanselInnen der neuen Regierung nicht zu machen ist, weil die noch ein wenig Anstand im Leib haben und rechnen können, begnügt sich der Herr Präsident mit einem ersten Schritt: "Einfrieren des Arbeitgeberbeitrages zur Krankenversicherung". Bravo!
Auch jenen die nach 1945 ganz ohne schöne Jugend, dank der Fehler und Verbrechen der Eltern die "von nichts gewusst hatten und haben", Deutschland wieder aufbauten, bekommen Hundthilfe - die sowieso nicht ausreichenden Leistungssätze in der ambulanten und stationären Pflege müssen weiter abgesenkt und einander angeglichen werden, um "falsche Anreize für teurere Heimpflege" zu beseitigen. An alle Rentnerinnen und Rentner wird, auf Kosten des Unternehmerverbandes,  ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ich bin Rentner, tötet mich", verteilt.

Dann sollten noch hurtig hurtig die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gesenkt werden, die Mehrwertsteuererhöhung, die ja auch die RentnerInnen und Nichtbeschäftigten ärmer macht, muss "ohne jede Einschränkung zur Senkung der Beiträge in den Sozialversicherungen" verwendet werden. Das ist  der "Mehrwertsteuersoli" für die  darbende dahinvegetierende deutsche Wirtschaft!

Falls es noch einen Kündigungsschutz geben sollte, der nicht durch hingebungsvolle gewerkschaftliche partnerschaftliche Abfindungspolitik unterwandert wurde, verlangt der Herr Hundt eine weitere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Kündigungsschutz erst bei einer Betriebsgröße von 20 Personen - ohne Chef, versteht sich und bei größeren Betrieben sollte dieser Schutz erst nach drei Jahren eintreten.

Auch die Gewerkschaften, oft haben sie es ja nicht anders verdient, sind nach Hundt,  Schritt für Schritt - er ist ja ein Kryptokapitalist -  abzuschaffen.  Großzügige Öffnungsklauseln zur Verbesserung der "Tarifkultur" ( 60 Stundenwoche mit 40 Stundenbezahlung) und natürlich viele viele betriebliche Bündnisse ohne Gewerkschaft.
Mal herhören IG Metallvorsitzender: "Es darf nicht sein, daß ganze Branchen auch weiterhin vom Prozeß der tariflichen Öffnung ausgeschlossen sind" - das meint er, der mächtigste Deutsche und, Kollege IGMetallvorsitzender, wie war das doch mal mit dem "Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit?" - vergessen, verdrängt?  Was wird denn zur Zeit den Gewerkschaftsfunktionträgern auf Lehrgängen beigebracht?

Hoch Hundt, ein dreimal zackiges DANKE für den aufopferungsvollen Kampf für Wachstum und Beschäftigung aller,  die Profitmaximierer sind!

Dieter Braeg

Anhang:
WAS DIETER HUNDT SO ALLES IST UND TREIBT UND WOMIT ER "AUSGEZEICHNET" WURDE:.

Vita Dr. sc.techn. Dieter Hundt
Geboren am 30. September 1938 in Esslingen, verheiratet, 2 Kinder
Abitur am Hohenstaufen-Gymnasium in Göppingen.
Studium Maschinenbau - Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (ETH)
Promotion an der ETH mit einer bei der CIBA AG, Basel, durchgeführten Untersuchung mit dem Thema: "Die Arbeitsplatz- und persönliche Bewertung als Kriterien zur Bestimmung des Leistungslohnes. Ergebnisse und Auswertung in der Chemischen Industrie".
Berufsleben:
1964-1975 Zunächst als Assistent des für Kernenergietechnik zuständigen Vorstandsmitglieds, anschließend als Vertriebsleiter für Siedewasserreaktoren bei "AEG-Telefunken AG" in Frankfurt/Main und nach der Fusion der Reaktorbereiche von AEG und Siemens als Bereichsleiter bei der "Kraftwerkunion AG", Frankfurt/Erlangen beschäftigt.
Seit 1975 Geschäftsführender Gesellschafter der "Allgaier Werke GmbH", Uhingen
Ehrenamtliche Tätigkeiten:
Seit 12. Dez. 1996 Präsident der "Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände" (BDA), Berlin, und bis Juni 2004 Vizepräsident der "Vereinigung der Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände Europas" (UNICE), Brüssel, danach Mitglied des Präsidiums der UNICE.
Seit Juli 1994 Präsident der "Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände e. V.", Stuttgart.
1990-1996 Mitglied des Präsidiums und des Vorstands der "Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände" (BDA), Berlin
1988-1996 Vorsitzender des "Verbands der Metallindustrie Baden-Württemberg e. V." (VMI), Stuttgart.
1988-1997 Vizepräsident des "Gesamtverbandes der metallindustriellen Arbeitgeberverbände e. V." (Gesamtmetall), Köln.
Seit Febr. 1981 Mitglied der Vollversammlung der "IHK", Stuttgart.
Seit Nov. 1998 Mitglied des Vorstands der "Deutschen Handelskammer in Österreich", Wien.
Seit Nov. 20011. Vizepräsident der "Deutschen Handelskammer in Österreich".
Seit Nov. 2007 Präsident der "Deutschen Handelskammer in Österreich".
Seit Jan. 2001 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des "Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH" (ZEW), Mannheim.
Seit Sept. 2003 Ehrenvorsitzender des "Verbandes der Metallindustrie Baden-Württemberg e.V. (VMI), Stuttgart

Organmitgliedschaften:

1991 - 2006 Mitglied des Aufsichtsrats der "Deutschen Telekom AG", Bonn.
Seit 1991Mitglied des Verwaltungsrats der "Landesgirokasse Stuttgart" und nach der Fusion von "Landesgirokasse", "Südwestdeutscher Landesbank" und "Landeskreditbank Baden-Württemberg" zur "Landesbank Baden-Württemberg" Mitglied in deren Verwaltungsrat, Stuttgart
Seit 1988Mitglied des Aufsichtsrats der "Karl Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH", Ulm (1993 - 1995 als Vorsitzender) und nach Übernahme des Unternehmens durch die "DaimlerChrysler AG" in die Tochtergesellschaft "EvoBus GmbH", Stuttgart, Mitglied in deren Aufsichtsrat
Seit 1998 Mitglied des Gemeinsamen Beirats der "Allianz Gesellschaften", München.
Seit Okt. 2002 Vorsitzender des Aufsichtsrats des "VfB Stuttgart 1893 e. V."
Seit Febr. 2003 Mitglied im Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft, Berlin.
Seit Juli 2003 Mitglied der Beiträte "HDI Industrie Versicherung AG" und "HDI Privat Versicherung AG", Hannover
Seit Juni 2007 Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der "STINAG" Stuttgart Invest AG
(seit 04/93 in verschiedenen Vorgängergesellschaften der Stgt. Hofbräu).
Seit 2005 Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats der "Stuttgarter Hofbräu Verwaltungs-AG", Stuttgart.
Seit 2005 Mitglied im Wirtschaftsbeirat Bayern LB, München.
Seit Juli 2006 Vorsitzender des Aufsichtsrats des Pensions-Sicherungs-Vereins, Köln
Seit Sept. 2007 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Trenkwalder Personalservice GmbH, München.
Seit Nov. 2007 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Trenkwalder Personaldienste GmbH, München

Auszeichnungen:

1998 Verleihung der Würde eines Senators ehrenhalber der Universität Stuttgart.
1998 Ehrenbürger der Stadt Uhingen.
2000 Verleihung des Großen Silbernen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.
2001 Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark
2002 Verleihung des "Merkur-Preises" durch die IHK Stuttgart für Verdienste um die deutsche Wirtschaft .
2002 Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2003 Verleihung des "Ehrenrings" der Stadtgemeinde Bad Aussee, Österreich
2005 Verleihung des Großen Silbernen Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich.
2006 Verleihung der Verdiensmedaille des Landes Baden-Württemberg.
2007 Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 







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