Umfrage: 70 Prozent für Bahn in öffentlicher Hand


28.03.08
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Andere Entscheidung wird Wählerstimmen kosten


70 Prozent der Bevölkerung lehnen jede Kapitalprivatisierung ab und wollen eine Bahn in öffentlicher Hand. Das hat eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag von "Bahn für Alle" ergeben. Die Entscheidung über die Zukunft der Bahn ist für viele Menschen wichtig für ihre künftige Wahlentscheidung, hat die Umfrage ebenfalls ergeben. "Die SPD und die anderen Parteien sind daher gut beraten, wenn sie die Privatisierungspläne aufgeben und stattdessen Alternativen für eine bessere Bahn diskutieren", kommentierte Monika Lege für das Bündnis "Bahn für Alle". Lege ist Verkehrsreferentin der Umweltorganisation ROBIN WOOD, einem der 15 Träger des Bündnisses.

Lediglich 28 Prozent der Bevölkerung bevorzugen eine Privatisierungsvariante. Für einen Verkauf der Schienenverkehrstöchter, wie mit dem Holding-Modell vorgesehen, sprechen sich dabei elf Prozent aus. Zwölf Prozent sind für den Verkauf von Anteilen an der gesamten DB AG.

In keiner Partei gibt es eine Mehrheit für eine Bahnprivatisierung. Unter Anhängern der SPD ist die Ablehnung mit 73 Prozent besonders hoch.

Die Menschen messen der Zukunft der Bahn eine hohe Bedeutung bei. Lediglich ein Drittel der Bevölkerung meint, dass die Haltung der Parteien zur Bahnprivatisierung für ihre Wahlentscheidung unwichtig sei.

Für ein Viertel der SPD-Anhänger ist die Haltung der Parteien zur Bahnprivatisierung sehr wichtig oder wichtig für die Wahlentscheidung zur nächsten Bundestagswahl. Dieser Wert ist bei SPD-Anhängern doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung.

"Eine Entscheidung gegen die Bevölkerungsmehrheit wird daher besonders die SPD Stimmen kosten. Eine andere Entscheidung wird ihr Stimmen bringen", sagte Monika Lege.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer kommentierte die Zahlen während einer Pressekonferenz von "Bahn für Alle" so: "In der SPD ist nicht nur der linke Flügel gegen Bahnprivatisierung. Auf dem Parteitag gab es eine fast 99-prozentige Zustimmung für eine Demarkationslinie für Bahnprivatisierung, die nicht verhandelbar ist."

Die Vorsitzende der Jusos in der SPD, Franziska Drohsel, sagte: "Wir wissen die Mehrheit der Bevölkerung und die Mehrheit auf dem Parteitag hinter unserer Forderung nach einer Bahn in öffentlicher Hand. Die Diskussion hat in der SPD hohes Konfliktpotential, deshalb verstehe ich nicht, warum die Gang um Steinbrück so ein Modell präsentiert, das keine der Voraussetzungen des Parteitags erfüllt."

Befragt wurden von Emnid am 25. und 26. März  2008 telefonisch 1006 Personen ab 14 Jahre.

Umfragedaten:
http://www.DeineBahn.de/

download/emndid-umfrage-bahnprivatisierung_08-03-27.pdf

 

"Bahn für Alle" ist ein Bündnis von 15 Organisationen aus Globalisierungskritikern, Umweltorganisationen, politischen Jugendverbänden und Gewerkschaften und setzt sich ein für eine verbesserte Bahn in öffentlicher Hand. Träger des Bündnisses sind Attac, Bahn von unten, BUND, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Eurosolar, Grüne Jugend, Grüne Liga, IG Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend Solid, NaturFreunde Deutschlands, Robin Wood, Umkehr, VCD Brandenburg und Verdi.Informationen im Internet:http://www.DeineBahn.de www.robinwood.de







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