Habgier und Verantwortungslosigkeit


20.03.08
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Attac fordert Ende von Bonussystemen und Steueroasen-Nutzung der Banken

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und die anderen deutschen Banken aufgefordert, Konsequenzen aus der Finanzkrise zu ziehen. „Wer nach Hilfen des Staates ruft, muss zunächst seine Hausaufgaben machen. Die deutschen Banken müssen sich aus den Steueroasen zurückziehen, ihre Firmenstruktur und Zweckgesellschaften endlich transparent machen sowie ihre Bonussysteme abschaffen", sagte Stephan Schilling, Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied des Attac-Koordinierungskreises.

Alle deutschen Banken unterhalten Filialen, Tochtergesellschaften oder Zweckgesellschaften in schwach regulierten Steueroasenländern wie den Britischen Kanalinseln und den Kaiman-Inseln. In außerbilanzielle Zweckgesellschaften verlagerte Risiken haben bei den jüngsten Bankenkrisen eine wichtige Rolle gespielt. „Unter den Banken herrscht unglaubliche Habgier und Verantwortungslosigkeit: Dieselben Banker, die heute nach Hilfe vom Staat rufen, hintergehen ihn täglich durch die Nutzung von Steueroasen", sagte Schilling weiter.

Viele Banken, darunter die Deutsche Bank, haben zudem ihre internen Bonussysteme für Investmentbanker auf sehr kurzfristige Anreize umgestellt. Boni werden bereits gezahlt, bevor Gewinne realisiert wurden. Diese Orientierung an der kurzen Frist erhöhe die Instabilität des internationalen Finanzsystems, so Schilling weiter.

Attac verschickt heute an die zehn bilanzstärksten Finanzinstitute einen Fragebogen mit Fragen zu ihrer Firmenstruktur, verbundenen Zweckgesellschaften sowie ihren internen Bonussystemen. Mit der wahrheitsgemäßen Beantwortung der Fragen könnten die Banken beweisen, dass sie die eigenen und von vielen Politikern erhobenen Transparenzforderungen ernst nehmen.







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