Offener Brief von terre des femmes an Christa Müller zu Ihrem Interview in Spiegel-Online am 11.02.2008


11.03.08
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Christa Müller ist Vorsitzende von (I)NTACT und familienpolitische Sprecherin der LINKEN im Saarland

Sehr geehrte Frau Müller,

seit vielen Jahren schätzen wir Ihr großes persönliches Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Darum hat es uns entsetzt, dass Sie als Vorsitzende des Vereins (I)NTACT im Spiegel-Interview die Betreuung von Kindern in Krippen attackieren und sogar so weit gehen, die Verletzungen, die Kinder angeblich durch Fremdbetreuung erlitten, mit denen der weiblichen Genitalverstümmelung zu vergleichen.

Dieses halten wir für absolut unverantwortlich - es ist eine Verhöhnung der Opfer von massiver körperlicher Gewalt, denen durch die Genitalverstümmelung ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung genommen wird. Dieses trifft in keiner Weise auf Kinder zu, die in Krippen durch Fachpersonal betreut werden!

Seit über 20 Jahren setzt sich TERRE DES FEMMES mit Öffentlichkeitsarbeit und Projektunterstützung für ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung ein. Immer noch wird diese schwere Menschenrechtsverletzung, von der weltweit 150 Millionen Mädchen und Frauen betroffen sind, in ihren Ausmaßen und Auswirkungen unterschätzt. Viele Betroffene leiden ihr Leben lang unter den massiven körperlichen und seelischen Folgen - auch in Deutschland. Wir können daher nicht hinnehmen, dass Sie mit Ihrer Aussage Genitalverstümmelung verharmlosen.

Wir hoffen, Sie können unseren Protest, mit dem wir für viele Frauen sprechen, nachvollziehen und würden uns über eine Stellungnahme von Ihnen freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Christa Stolle                Franziska Gruber

Bundesgeschäftsführerin Referentin gegen weibliche Genitalverstümmelung







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