Homos von Polizei verprügelt


03.05.08
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Anlässlich des Christivals in Bremen fand in der Martinikirche am Freitagabend, den 2. Mai ein Vortrag von Ulrich Parzany, dem Leiter von ProChrist, mit dem Titel „Steht auf, wenn ihr Christen seid“ statt. In diesem Vortrag ging es u.a. um das, wegen massivem öffentlichen Protest, abgesagte Seminar „Homosexualität verstehen – Chancen zur Veränderung“. Parzany ist für seine homophoben Äußerungen bekannt und scheute sich auch während des Vortrags nicht davor, praktizierte Homosexualität als Sünde zu bezeichnen und Abtreibung als „Tötung von Kindern“ zu diskreditieren. 

Um ihren Protest kund zu tun, trafen sich ca. 35 Menschen in der Martinikirche. Während des Vortrages kam es zum Austausch von homosexuellen Zärtlichkeitsbekundungen. „Ich war mit meiner Freundin in der Martinikirche, um aufzuzeigen, dass ich homosexuell und glücklich bin. Ich persönlich fühle mich durch diese Veranstaltung angegriffen und diskriminiert. Meine Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil meiner Persönlichkeit.“ sagt Claudia Albrecht. Nachdem sich viele der dort anwesenden Christ_innen durch die offen zur Schau gestellte Homosexualität angegriffen fühlten, kam es zu einem Tumult in der Kirche. Sätze wie „Euch sollte man zum Schlachthof führen und die Beine ausreißen“ oder „Ihr seid alles Verbrecher“ fielen. Ein_e Aktivist_in wurde sogar von einem Veranstaltungsbesucher geschlagen. Daraufhin erwiderten die Aktivist_innen: „Steht auf wenn ihr Homos seid“ und verließen mit Konfettiwürfen die Kirche.

 Vor der Kirche sammelten sie sich, um spontan den Protest auf dem Marktplatz fortzuführen. Die Ordner_innen des Christival versuchten den Aktivist_innen den Zugang zum Marktplatz zu verwehren. Sofort war auch die Polizei vor Ort, um die Ordner_innen zu unterstützen. Ohne jegliche Begründung und ohne direkte Aufforderung zu gehen, wurde versucht die Aktivist_innen brutal vom Platz zu drängen. Dies versuchte die Polizei mittels Schlagstock und Anwendung körperlicher Gewalt durchzusetzen. Wahllos und ohne Begründung wurde eine Person rausgegriffen und gewaltsam festgehalten. Auf die Aufforderung diese Person frei zu lassen, reagierte die Polizei mit weiterer Eskalation. Es wurde mit Pfefferspray und Schlagstöcken gedroht, Personen wurden geschubst und bedrängt. „Mir drückte ein Polizist die Hand ins Gesicht, ich war völlig überrascht von der Unverhältnismäßigkeit des Einsatzes.“ fährt Claudia Albrecht fort. Schließlich wurde die Gruppe in eine vom Christival-Publikum aus nicht einsehbare Ecke gedrängt und dort eingekesselt. Währenddessen kam es zu einer weiteren brutalen Ingewahrsamnahme. Die betroffene Person wurde mehrmals gegen die Wand geschleudert und mit zwei Schlagstöcken traktiert. Menschen die ohne Christivalausweis die Polizeigewalt fotografisch dokumentieren wollten wurden brutal daran  gehindert und aufgenommene Bilder zerstört. Schließlich gab sich eine Einsatzleiterin zu erkennen. Zum ersten Mal wurde ein Platzverweis an die eingekesselten Personen  ausgesprochen. Währendessen kam es immer wieder zu Beschimpfungen seitens der Polizei:  „Alle bis morgen einsperren, dann sind wir die los.“ Als die Aktivist_innen den Platz endlich  Richtung Domsheide verlassen konnten, wurden sie von einem massiven Polizeiaufgebot  begleitet. An der Haltestelle Domsheide kam es erneut zu einer völlig willkürlichen Ingewahrsamnahme. Auch hier scheute sich die Polizei nicht, massive körperliche Gewalt  einzusetzen. Schließlich schienen es die Polizist_innen für nötig zu halten, eine Gruppe von mittlerweile 20 Personen mit fast der doppelten Anzahl von Beamt_innen bis zum Goethplatz  zu begleiten. Von den drei Festgenommenen, wurde eine Person nach Personalienaufnahme  und Platzverweis für das gesamte Christivalgebiet wieder frei gelassen. Die anderen beiden  wurden für mehrere Stunden in Gewahrsam genommen. Eine Person wurde gezwungen sich auszuziehen und musste persönliche Beleidigungen über sich ergehen lassen.
Das Antisexistische Bündnis verurteilt die gewalttätigen Übergriffe der Polizei.







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