Leserbrief von Wolfgang Kulas

23.06.18
LeserbriefeLeserbriefe 

 

.........."Der politische Inhalt ist stocksozialdemokratisch und ausgehend von der Programmatik der Linkspartei ein Schritt nach rechts. Der Text verkennt völlig den Zustand der kapitalistischen Weltökonomie und vertritt die Illusion, dass Neoliberalismus und kapitalistische Globalisierung ausschließlich Folge politischer Fehlentscheidungen sind und nicht vielmehr Ausdruck der Profitabilitätskrise des kapitalistischen Systems. Es ist ein geradezu naiver Appell für ein Zurück zu den guten alten Zeiten sozialdemokratischer Reformpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg. Der systemverändernde Anspruch der LINKEN wird mal eben über Bord geworfen......."
--------------------------------------------
Verehrter Sascha, ich teile Deine Kritik in den wesentlichen Aussagen, dass letztlich hinter einer "Sammlungsidee" auch nur in diesem Fall wohl gesichert Sozialdemokratismus in Reinform zu erkennen ist. Und wohin dieser immer führen wird, ist wohl mittlerweile hoffähig und bekanntes politisches Ex-wie Importmittel:-)
Die Kritik; Deine Kritik beleuchtet jedoch eben auch nur die eine Seite einer "linkenden" Medaille.
Ob sich hierzu der Erkenntnisprozess und wann in Veränderungen niederschlagen wird, ist derzeit ebenso schwer einzuschätzen wie die Tatsache, dass man dem Glauben an die Sozialdemokratie und ihrem progressiven Wirken für die Gesellschaft, für die betreffende Klasse neu beleben möchte.
Im gewissen Sinne habe ich jedoch sogar etwas mehr Verständnis dafür, sofern man davon reden kann, sind doch das Soll und Haben einer Sozialdemokratie so tief im Soll, dass heute ein Bebel sich sofort bei den Kommunisten wieder finden würde. Wenn eine Frau Wagenknecht heute mit Ihrem Gatten explizit für den Sozialdemokratismus wirbt, darf man sie irgend wann schon mal fragen, welche Momente sie bewogen, das Band zum Marxismus-Leninismus an langer Leine zu versuchen und womöglich vielleicht doch nicht zu zerreißen?
Sie wird erfahren, dass dies schwierig ist, mit nur ein wenig wissenschaftlichem dem Bewusstsein das Primat gegenüber dem Sein zu geben. Dass sie sich von ihrem Gatten hat erfolgreich umgarnen lassen, spricht zunächst für sie; jedoch für sie in ihrer gesamten Persönlichkeit leider nicht. Möglicherweise setzt sich hier Erkenntnis noch durch, ist doch letztlich die Sozialdemokratie in ihren historischen Wurzeln eng mit Marx, Egels und somit auch Lenin verbunden; auch wenn nicht immer im Sinne von Fortschritt.
Deshalb sollten wir uns alle und dieses Jahr gerade an das Kommunistische Manifest in all seinen Zeilen zu tiefst und philosophisch erinnern. Wir werden dabei peinlichst an bestimmte Tatsachen erinnert, welche und zugleich auch an Marxens Kritik an das Gothaer Programm heran führt. Mit dieser hadern ja nun die Sozialdemokraten besonders bis heute.
Und gerade deshalb; Kommunisten und Sozialdemokraten sind sich näher, als es ihnen lieb ist, wie wir es in fast allen geschichtlichen Phasen von Klassenkampf und sozialistischer Politik erlebten und erleben.
Und hier noch eine ketzerische Äußerung : wieviel Sozialdemokratie verbarg sich eigentlich in der Politik der SED?
-na weil doch die Geschichte der Klassenkämpfe in der alten BRD aus Sicht von Frau Wagenknecht heute erst mit den Zeiten begann, nachdem die KPD verboten wurde?
-na und hier beginnt eben eine gewisse Peinlichkeit der "Linken-Entwicklung".
Wir sollten an den Erkenntnisprozess appellieren, was leider ein sehr holpriger Weg sein kann, was er bereits oder schon immer war.
 



Weder Bewegung, noch wirklich links - 22-06-18 20:55




<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz