Leserbrief von A. Holberg zu "Was Leute in Deutschland, die sich für Revolutionäre halten, von Griechenland lernen sollten" von Sepp Aigner

31.10.11
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Die KKE (KP Griechenlands) ist ideologisch eine alt-stalinistische Partei, die sogar die kosmetische Entstalinisierung des 20. Parteitages der KPdSU verurteilt. Trotzdem sollte auch für antistalinistische Marxisten (an und für sich eine Tautologie!) klar sein, dass die Kritik an der letztlich nur links-nationalistischen KKE als der wichtigsten linken Kraft in der realen (im Gegensatz zu der, die man sich als Marxist wünschen kann) griechischen Arbeiterklasse zumindest heute nur eine ideologische, auf keinen Fall aber eine militärische, sein kann.

Unter diesen Voraussetzungen ist Sepp Aigner voll und ganz zuzustimmen. Die Frage der Gewalt ist für Marxisten keine grundsätzliche, sondern nur eine taktische, und nichts wäre unmarxistischer und folglich im proletarischen Sinn unrevolutionärer als gewalttätige Konfrontationen zu suchen, die man auf Grund des bestehenden Kräfteverhältnisses nur verlieren kann. Das gilt umso mehr als es gerade die langjährigen Erfahrungen von Niederlagen fast die gesamte weltweite Arbeiterklasse angesichts wachsender Ausbeutung und Verarmung (Klassenkampf von Oben) bis heute paralysiert. Und wenn bereits der Block der KKE-Gewerkschaft ausreichte, die "Revolutionäre" daran zu hindern, das Parlament zu stürmen (und dann was zu tun?), dann ist das wohl ein ausreichendes Zeichen dafür, dass diese "Revolutionäre" nicht in der Lage sind, heute die Machtfrage gegen den Staat in ihrem Interesse zu beantworten.



Was Leute in Deutschland, die sich für Revolutionäre halten, von Griechenland lernen sollten - 28-10-11 21:24




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