Leserbrief zu der "Stellungnahme zum Beitrag
von Edith Bartelmus-Scholich 'Hartz IV:
Sanktionsparagraphen aussetzen oder streichen?'"


05.09.09
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Zu der "Stellungnahme zum Beitrag von Edith Bartelmus-Scholich 'Hartz IV: Sanktionsparagraphen aussetzen oder streichen?'"
möchte ich folgendes sagen:

Der Herr Professor hätte vielleicht noch ein wenig mehr verzögern sollen.

Dann wäre ihm u.U. in den Sinn gekommen, daß sich beide Modelle nichts tun. Ich unterstelle den Unterzeichnern soviel Geist, daß sie sowohl als auch unterstützen. Es spielt nicht die geringste Rolle, da sie nicht Entscheidungsträger sind und selbst ein temporär gestoppter Sanktionsparagraph besser ist als einer der ungehindert weiterläuft.

Einzig die Uneinsichtigen - die der Meinung sind eine Gesellschaft muß sanktioniert werden damit sie "funktioniert" wie einige Kurz- oder Schnelldenker sich das ausmalen - weigern sich natürlich den logischen Weg zu gehen und werden eine Petition die die ersatzlose Abschaffung fordert, nicht unterschreiben. Aber auch das spielt keine Rolle.

Wir haben Strafgesetze die bestrafen, - eigentlich nur Rache ausüben - daß ist zwar nicht in Ordnung, gehört aber nahezu zu jeder Gesellschaftsform, ist allgemein anerkannt und gesellschaftlich legitimiert. Eine Gesellschaft darüber hinaus zu sanktionieren macht sie automatisch zu Sklaven.

Sanktionieren heißt unterdrücken. Unterdrückt werden nur Sklaven und andere Schwache die man überhaupt unterdrücken kann - einzig aus der Position des nutznießenden Gewaltverherrlichers.

Sanktion ist die übelste Form des Zwangs, weil sie sich ausschließlich aus der Position des Stärken gegen den Schwächeren richtet und der Stärkere ausschließlich seine meist von Ungerechtigkeit geprägte Meinung mittels seines Willens und Macht durchsetzt.

Jedem Straftäter wird Gehör geschenkt und er kann sich verteidigen.
Einem Sanktionierten wird dieses Grundrecht nicht gewährt.
Auch deshalb sind Sanktionen völlig gesetzwidrig und fördern beliebige Willkür. Wirtschaftssanktionen z.B. treffen oft ganze Bevölkerungen und bedrohen sie in ihrer Grundexistenz.

Wer NUR für eine Aussetzung des Sanktions-'Paragrahpen' stimmt - äußerst bedenklich das eine in sich verbrecherische Handlung gesetzliche Legitimation erfährt - ist sich offensichtlich nicht bewusst, daß er eine perverse, gesetzwidrige Handlung insofern unterstützt und sich quasi selbst versklavt.
Der Weg hin zur Sanktion gegen behauptete Gedanken und Gesinnung seitens des Sanktionierers, wird somit geebnet....

Und eines sollte den Abschaffungsgegnern doch wohl klar sein.

Wenn der Sanktionsparagraph ersetzt oder verändert wird, dann ganz sicher nicht zugunsten der Sanktionierten - das zeigt die Vergangenheit deutlich auf.

Vergessen werden sollte auch nicht das Sanktionen oftmals wesentlich härter und existenzbedrohender in ihren Auswirkungen sind, als Strafen die Straftäter erfahren, selbst wenn ihre Taten schon zur Schwerkriminalität gerechnet werden können.

Das heißt hier wird mit ganz einfachen Mitteln, von "ganz normalen" Bürgern (FM's), mal eben weit über das hinaus was das Strafrecht vergleichbar hergäbe, sanktioniert.

Damit ist der Rechtsstaat in seiner regulierenden Gerechtigkeit völlig außer Kraft gesetzt.

Freundlicher Gruß

Peter


VON: PETER


Stellungnahme zum Beitrag von Edith Bartelmus-Scholich
'Hartz IV: Sanktionsparagraphen aussetzen oder streichen?' vom 1.9.09
 - 04-09-09 19:15




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