Leserbrief von Hans-Dieter Wege zu: "Die Linke NRW wählen, trotz massiver Bedenken?"

02.05.10
LeserbriefeLeserbriefe 

 

Am 30.Mai(?) setzten sich 37 Frauen und 35 Männer, allesamt parteilos und aus den unterschiedlichsten Berufen und angeblich alle links orientiert denkend und beschlossen abschließend einstimmig schweren Herzens die Partei die Linke zu wählen.

Sie alle lehnen unrealistische Positionen ab, wie sie von kommunistischen, trotzkistischen oder ähnlichen "linken" Splittergruppen, wie der Kommunistischen Plattform (KPF, MLPD, DKP) o.ä., vertreten werden, weil wir diese Gruppen nicht für vorwärts gewandt, sondern im Gegenteil für rückwärtsorientiert halten und sie nicht als demokratische Positionen sehen.

Ich selbst bin weder Mitglied einer dieser oben aufgeführten Parteien noch Mitglied der Partei die Linke. Allerdings bin ich der Meinung, dass wohl kaum die oben als rückwärtsgewandte Parteien bezeichnete Organisationen für die Wahlverdrossenheit einer Anzahl der Wählerinnen und Wähler in Deutschland und bestimmt auch für NRW verantwortlich gemacht werden können. Vielleicht ja schon eher Personen aus den Parlamenten, die ihre Mitgliedschaften in einer dieser Organisationen r u h e n lassen? So etwas dürfte wohl kaum zur Glaubwürdigkeit beitragen.

Aber man sollte hiermit auch nicht versuchen ein Ablenkungsmanöver in Form einer Scheindebatte zu starten. Das Problem in diesem Land sind nicht schwache, angeblich rückwärts gewandte Kommunisten und auch nicht Banker, die für ihre so genannte "gute Arbeit" Millionen kassieren, sondern der profit-und renditeorientierte Kapitalismus und die Lohnarbeit.
Man sollte sich ja vielleicht einmal als realpolitisch denkender Parteiloser die Frage stellen, wieso in einem kapitalistischem System, z.B. ein Banker wie Herr Ackermann, der seinem Unternehmen der Deutschen Bank Milliarden Gewinne beschert, nicht Millionen als Prämien gezahlt werden sollen? Im Prinzip werden doch solche Prämien auch jedem Versicherungsaußendienstmitarbeiter gezahlt, ohne dass auch nur kaum jemand Anstoss daran nimmt.

Ein klein wenig realistischer Sozialismus kann überhaupt nicht funktionieren so lange nicht die Eigentumsfrage und die Systemüberwindung ernsthaft in Erwägung gezogen wird, ganz im Gegenteil, es wäre unrealistische linke Politik.

Und so würde es immer bei einer Scheindebatte bleiben!

Mit freundlichen Grüßen
und meiner Stimme für einen demokratischen und freiheitlich ökologischen und internationalen Sozialismus und für das bedingungslose Einheitsgrundeinkommen

Hans-Dieter Wege 



Die Linke NRW wählen, trotz massiver Bedenken? - 01-05-10 22:19




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