Leserzuschrift zum Artikel: Nach Äußerungen der kommunistischen Landtagsabgeordneten Christel Wegner zur Stasi: Krisensitzung in Berlin

13.03.08
LeserbriefeLeserbriefe 

 

Diese Krisensitzung hat sich DIE LINKE von den Medien aufzwingen
lassen, wie danach dann auch die LINKE Niedersachsen sich genötigt sah,
Christel Wegner aus der Fraktion auszuschließen. Alles in allem wohl
eher reine Panik-Reaktionen, wo Besonnenheit und inhaltliche Diskussion
wesentlich wichtiger gewesen wäre.
Nein, in der Ruhe liegt die Kraft. Diese Kraft wird durch Hektik aber
wirkungslos.
Mag der "Rauswurf" von Christine Wegner opportunistisch betrachtet,
richtig sein, so ist die Abgrenzung der LINKEN gegenüber der DKP absolut
unvernünftig und kontraproduktiv.
Es gibt aus meiner Ansicht keinerlei Grund jetzt einen sog. "DKP-Effekt"
zu fürchten, sondern eher einige Medien, die gezielt Zitate aus dem
Zusammenhang reissen und diese verfälscht wiedergeben.
In diesem Zusammenhang muß wohl einmal mehr an den Schwur von
Buchenwald erinnert werden. In diesem Schwur waren sich die in
Buchenwald inhaftierten SPD- und KPD-Mitglieder einig, dass
Sozialdemokraten und Kommunisten niemals wieder gegeneinander arbeiten
wollten, um eine Wiederholung der Nazi-Zeit zu verhindern!
Die LINKE muß sich nicht bei der SPD anbiedern, sondern gemeinsam mit
allen fortschrittlichen Kräften - also auch mit der DKP und den
Gewerkschaften zusammen arbeiten, um diese Republik menschlicher
gestalten zu können.
Wenn - wie jetzt geschehen - ein einzelnes DKP-Mitglied sich zu
unüberlegten Äußerungen hat hinreissen lassen, so kann das nun wirklich
kein Grund sein sich vollständig von der DKP abzugrenzen.
In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass mehrere Mitglieder des
niedersächsischen Landesvorstandes - so auch Diether Dehm - sich
ausdrücklich für die Kandidatur von Christel Wegner ausgesprochen hatten.
Jetzt aber ziehen sie sich von ihr zurück und lassen sie fallen wie eine
heiße Kartoffel, nur um das Gesicht zu wahren. Das ist das wirkliche
Problem, was sich für die niedersächsische LINKE derzeit stellt. Somit
erklärt sich auch die "Empfehlung" von Diether Dehm: "Einfach mal Klappe
halten".
Nun, ich bin ein absoluter Verfechter der Meinungsfreiheit und teile
diese hiermit auch offen mit: Es wird sich innerhalb des Vorstandes der
LINKEN in Niedersachsen einiges personell verändern müssen, bevor wir
damit beginnen können das Land menschlicher umgestalten zu können.
Jörg Henry David
Sprecher des Ortsverbandes DIE LINKE.HORNEBURG
www.dielinke-horneburg.de


VON: JÖRG HENRY DAVID






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