Leserzuschrift zum Ausgang der Ypsilanti Nichtwahl

13.03.08
LeserbriefeLeserbriefe 

 

der Artikel von E. Barthelmus-Scholich legt den Finger in die SPD-Wunde:
Faktisch ist die SPD heute in drei Gruppen gespalten: die "parlamentarische Linke", die "Netzwerker" und der "Seeheimer Kreis" als rechte Klüngelriege.

Bisher konnte der "Seeheimer Kreis" (zu der auch die Verweigerin Metzger in Hessen zählt) jede Öffnung der SPD nach links dadurch torpedieren, dass auf die "Freiheitstradition" der SPD gegenüber "links und rechts" verwiesen wurde und der latente Antikommunismus in der Partei generell gegen "linke" Strömungen mobilisiert wurde.

Trotz jahrzehntelanger Existenz wurde von dieser Gruppierung noch nie eine eigenständige politische Position formuliert, sondern man war bemüht, als gute Seilschaft die "eigenen" Leute in Positionen zu hieven.
Davon profitierten sowohl Helmut Schmidt wie Heidemarie Renger.

Doch die Erfolgsbedingungen für eine derartig "unpolitische" Politikgestaltung schmelzen langsam ab: der Antikommunismus des westdeutschen "Frontstaates" zerbröselt und die SPD steht unter dem Zwang, sich als neue "Mittelpartei" gegenüber allen möglichen Optionen offen zu halten.

Das hat Kurt Beck klar erkannt und bei aller Ungeschicklichkeit im Prinzip die richtige Entscheidung für die SPD durchgeboxt. Demnach könnte die SPD in dem einen Land mit den Linken, im nächsten mit den Grünen, und wieder woanders mit der CDU koalieren. Ob das langfristig ihren weiteren Zerfall verhindern kann, mag dahingestellt bleiben.

Metzgers Begründung für ihr Verhalten wiederholt die alten Floskelnder "Seeheimer" und das wiederum lässt vermuten, dass sich der"Seeheimer Kreis" zum Klotz am SPD-Bein entwickeln kann und zumgenerellen Problem für SPD-Regierungsbeteiligungen wird...Interessant dürfte die Kandidatenaufstellung vor der Bundestagswahl2009 werden, wenn WOWI mit dem berliner Bär von allen Plakaten als Kanzlerkandidat winkt und die innerparteiliche Kandidatenkür mit derBehauptung bestreiten wird, er wisse schon, wie man mit der Linkspartei umzugehen habe, um sie handzahm werden zu lassen und Kurt Beck sich auf den Posten des weisen Parteisteuermanns konzentriert....Die Bedingung für dieses wahrscheinliche Szenario ist allerdings die Lernfähigkeit der unflexibilisierten "Seeheimer" Kanalarbeiter ...Man wird Beck in der nächsten Zeit bei viel "Überzeugungsarbeit" in ihren Reihen zuschauen dürfen ....


VON: H. HILSE






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