Leserbrief von A. Holberg zu: S. Buttenmüller “Sammlungsbewegung und andere Irrwege"

30.08.18
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S. Buttenmüller schreibt: "Der Kampf für Weltoffenheit, die internationale Solidarität und die Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge und alle Menschen ist für diese Leute falsch, „Deutsche zuerst“ sei richtig, meinen sie. Diese „Sammlungsbewegung“ wird jedoch scheitern und kaum Bedeutung erlangen. Die Partei Die Linke und auch Grüne und SPD haben sich klar distanziert und damit ist die Grundlage bereits vor Gründung Anfang September entfallen."

Ich weiß nicht, ob "Aufstehen" die Erwartungen von Wagenknecht & Co erfüllen wird, aber nach Allem, was ich von S.W. gelesen und bei Veranstaltungen gehört habe, ist der erste der zitierten Sätze Buttenmüllers definitiv falsch. S.W. setzt sich durchaus für Weltoffenheit und internationale Solidarität, wenn auch nicht für völlig unrealistische Parolen wie "Offene Grenzen für alle" ein. Die Frage ist aber in erster Linie die, wie denn der Kampf dafür möglichst erfolgreich geführt werden kann. Aus der Position der Schwäche heraus, Diskussionen mit Vertretern in der Bevölkerung weit verbreiteter - zweifellos oft fragwürdiger - Positionen abzulehnen, ist unzweifelhaft kein Erfolgsrezept, sondern fesselt die Verteidiger der internationelen Solidarität (wohlbemerkt "internationalen", nicht etwa "nationslosen" Solidarität oder gar des proletarischen Internationalismus) an ihr begrenztes Milieu. Dass sich die Funktionäre der PdL, der "Grünen" und der SPD klar distanciert haben, war zu erwarten, wäre doch ein Erfolg vion "Austehen" eine organisatorische Gefahr für diese neoliberalen (Grüne, SPD) und/oder, was den Funktionärskörper anbelangt, überwiegend konturlose PdL und damit ihrer Pfründe. Wer die Interviews mit Sahra Wagenknecht liest, kann im übrigen leicht feststellen, dass ihre Positionen - wie beschränkt sie auch immer sein mögen - mit  der politischen Praxis von SPD und Grünen nicht kompatibel sind. Es geht "Aufstehen" wohl nicht um eine "Bewegung" der genannten drei Parteien, sondern um eine Bewegung von Menschen, die möglicherweise auch (noch?) Mitglieder oder Unterstützer oder auch nur Wähler einer dieser drei Parteien oder nicht einmal das sind. Wie gesagt: es gibt Grund zu befürchten, dass aus der Sache in der Realitzät wenig bis nichts werden wird. Aber das wäre kein Sieg für die Linke im weitesten Sinn.



„Sammlungsbewegung“ und andere Irrwege - 29-08-18 20:52




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