Leserbrief von A. Holberg zu: Thies Gleiss: "Statt 'Aufstehen' nur quergelegen ...

19.03.19
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In der Tat deutet Vieles, wenn nicht gar Alles,darauf hin, dass "Aufstehen' ein Rohrkrepierer war und ist. Der Optimismus der Tat hat hier den Pessimismus der Ratio überholt. Die Initiative war sicher angesichts der Stagnation der PdL notwendig aber auf jeden Fall angesichts des wirklich niedrigen Niveaus von Klassen- oder überhaupt sozialen - Kämpfen zumindest verfrüht.

Aber Gleissens Behauptung, "Aufstehen" stehe politisch rechts von der PdL erfordert zumindest eine Definition von "links" und "rechts", auf die "Linke" sich verständigen könnten. Ich befürchte, dass Gleiss sich insbesondere auf die Position Sahra Wagenknechts in der Magrationsdebatte bezieht und hier auf ihre Ablehnung der Parole "Offene Grenzen für Alle". Wenn diese Parole als der oder auch nur ein Maßstab für "Linkssein" dient, dann versteht Gliess unter "Linken" offensichtlich jene Traumtänzer, die im englischen Sprachbereich so treffend als "the lunatic left" bezeichnet werden. Dann gilt für Gliessens "Linke" das, was L.Trotzki einst sagte: "Die Arbeiterklasse sagt in 99 von 100 Fällen "nein", wo die Bourgeoisie "ja" sagt. Daraus zu schließen, dass sie immer "nein" sagen müsse, hieße, den ärgsten Sektierer zum größten Revolutionär zu erklären" (frei aus dem Gedächtnis zitiert). Die Parole "Offene Grenzen für Alle" setzt per Definition eine kommunistische Welt ohne Staaten voraus .... oder aber die zynische Position, dass die meisten Anwärter für die Migration in die reichen Länder (glücklicherweise) ohnehin zu arm sind, um es hierher zu schaffen. Weder die illusionistische "prinzipentreue" noch die zynische Position kann irgendwas mit "links" im marxistischen Sinn zu tun haben.



STATT "AUFSTEHEN" NUR QUERGELEGEN... - 17-03-19 20:52




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