Leserbrief von Dr. Dieter Porth

04.11.17
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Wer die falschen Fragen stellt, erhält immer nur eines: die falschen Antworten.
Wie sähe denn eine Welt ohne Glyphosat und ohne moderne Landwirtschaft aus.
Mit moderner Landwirtschaft ohne Massentierhaltung könnte die Erde bei gerechter Verteilung vermutlich 12 Milliarden Vegetarier ernähren.
- Ohne Herbizide würde man nur 90% vom heutigen Niveau ernten, weil alte Sorten weniger produktiv und weil Insekten, Pilze & Bakterien für zusätzliche Ernteausfälle sorgen würden.
- Aber auch Stickstoffdünger gehört zur modernen Landwirtschaft. Ohne diesen verlieren die Äcker 40% ihrer Produktivität. Es bleiben als nur 60% relativ zu heute.
- Im Gegensatz zu Ochsen und Pferden nutzen wir heute Traktoren in der Landwirtschaft.  Man brauchte ungefähr 1/3 der landwirtschaftlichen Flächen, um die Tiere zu ernähren. Es bleiben also nur 66% der Ackerfläche.

Da alle drei Aspekte nichts miteinander zu tun haben, kumulieren sie sich. Ohne moderne Landwirtschaft und nach der Rückkehr zum nachhaltigen ökologischen Landbau könnte die Erde also bestenfalls
12Mrd.*90%*60%*66%= 12Mrd*0,9*0,6*0,66=4,2768Mrd.
Menschen ernähren. Schon heute leben 2,7232 Milliarden Menschen zu viel/unnachhaltig auf der Erde. Würde die Moderne Landwirtschaft bis 2050 zum Beispiel wegen Ölmangel zusammenbrechen, müsste die Menschheit jährlich um 90 Millionen Menschen (mehr als 1% der Bevölkerung) schrumpfen, mit allen dazugehörigen sozialen Folgen.

Zum Vergleich: In den fünf Jahren des zweiten Weltkriegs sollen schätzungsweise 50 Millionen gestorben sein, also im Mittel 10 Millionen pro Jahr bzw. 0,4% der damaligen Bevölkerung)
Anmerkung: Neben dem Stickstoffdünger ist die Produktivität der Äcker noch stark vom Phosphat-Dünger abhängig. Die Menschheit hat beim Phosphat in den letzten 70 Jahren ungefähr 50% aller weltweiten Vorräte verbraucht.

Die Hungerkriege, also die Kämpfe um Ressourcen, werden kommen. Wer romantisch vom ökologischen Landbau träumt, sollte auch sagen, dass dafür Milliarden von Menschen verschwinden müssen.  Er sollte auch sagen, wie er sie zum Verschwinden bringen will. Die schleichende Vergiftung und Sterilisierung (Xeno-Hormone aus Plastik) der Welt ist der heutige Weg. Geht es humaner und gerechter? Vielleicht gibt es Ideen, wie man nachhaltig mehr Menschen ernähren kann. Was sollte eine humane Politik angesichts des unausweichlichen Zwangs zum Schrumpfung der Menschheit fördern?

Was sind die richtige Fragen für die Zukunft? Ich weiß es nicht. Meine Angst hemmt/behindert mein Nachdenken darüber.

Dr. Dieter Porth



Glyphosat usw. verbieten? - 25-10-17 20:54




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