Leserbrief von Wolfgang Kulas

13.12.16
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Liebe Edith,
Du hast im Grunde einen lebendigen Eindruck über innere Entwicklungen der NRW-PdL geschildert. Ob meine Prognose eintrifft bleibt fast unwesentlich; sie werden den Landtag wohl beehren. Unwesentlich ist jedoch das Ergebnis nicht, arbeiten doch breite Teile intensiv daran, nicht nur im Landtag präsent zu sein.
Die Vorbildwirkung ostdeutscher Landesverbände hin zu einer "moderaten anspruchsvolleren Sozialdemokratie" trägt Früchte. Den Weg, welchen sie beschreiten, hat wohl nur ein Ziel? Wenn sie zumindest dann eine "Bebelsche" würde? Nein; er wurde kein Kaiser.
Ich bin nicht geneigt, den jungen Leuten einen Anspruch abzusprechen. Sie sind sich jedoch nicht im Klaren, dass sie mit ihren fehlenden Kenntnisse über gesellschaftliche Prozesse nur bedingt an die Wurzel der gesellschaftlichen Schieflage, die soziale Ungerechtigkeit; die Wurzeln von Krieg und Frieden gehen. Einzelnen scheinen sie sowieso nicht so dringlich zu sein.
Was mich bewegt sind sich entwickelnde Haltungen und Denkprozesse, welche das Verhältnis von Kommunisten und Sozialdemokraten berührt.
Es ist ein Irrglaube, wenn wir meinen, den Kurs zu dieser viel beschworenen evtl. kommenden Koalition unterstützen zu müssen.
Kommunisten können nicht bereit sein, ihre Zweifel an der Umsetzbarkeit, hinterm Berg zu halten. Vom euro-kommunistischen Geschwafel sollten wir mittlerweile geheilt sein?
These: Wird die PDL in eine Bundesregierung einsteigen, missachten sie nicht nur die Gedanken von Karl und Rosa, sie missachten ihr eigenes Programm; sie werden ob gewollt oder nicht Mitgestalter der NATO-Politik; sie werden auch den Zustanden derjenigen nicht wesentlich besser gestalten, welche in der Zwangsjacke von Niedriglöhnen und Unterdrückten stecken. Die Verhältnisse von Oben und Unten werden nicht besser. Der Kampf um Frieden; soziale Gerechtigkeit wird nicht nur ärmer. Viele ehrliche "Linke" lassen sich vom "Aberglaube" des Regierens blenden. Und selbst wenn eine PDL als alleinige das Wahlergebnis für sich gestalten könnten; meinen wir, dass sie dann die Macht haben?



Özlem Demirel und Christian Leye wollen DIE LINKE. NRW in den Landtag führen - 11-12-16 20:56




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