Leserbrief von A. Holberg

12.07.17
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LB zu: Volker Ritter: Offener Brief an einen Regierenden Faschisten (http://www.scharf-links.de/48.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=61464&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=cb2c673238)

V. Ritter hat natürlich völlig recht, wenn er die staatlichen Provokationn und Gesetzesbrüche im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel kritisiert. Aber aus jeder üblichen Machenschaft der politischen Form einer (kapitalistischen) Klassengesellschaft gleich einen "faschistichen"  Angriff zu machen, ist auf jeden Fall ein Eigentor. Wenn der Begriff "Faschismus" mehr oder weniger für alles steht, was einem (zu Recht)  nicht behagt, verliert er jeden analythischen Wert. Vorallem aber macht dieses Vorgehen blind gegenüber der nie auszuschließende Wende der herrschenden Bourgeoisie zu  einer umfassend terroristischen Herrschaft (Faschismus) gegen alle unabhängigen Organisationen der werktätigen Bevölkerung  und isbesondere der Arbeiterklasse.  Eine solche Wende hat  die deutsche Bourgeoisie aber angesichts der Schwäche der Arbeiterbewegung heute gar nicht nötig. Die  staatlichen Maßnahmen in Hamburg  bewegen sich deshalb  durchaus noch im  Rahmen der "bürgerlichen Demokratie", deren Existenz  man als Linker begrüßen aber nicht  idealisieren sollte, indem man sie mit einem politischen Ponyhof verwechselt. Im übrigen sei betont, dass selbst unter faschistischen Bedingungen von ernstzunehmenden  Gegnern des Faschismus das reale Kräfteverhältnis als Grundlage der eigenen Strategie  und Taktik zu beachten ist und das Anzünden von  Privatautos und Plündern von Supermärkten immer ausschließt. Wenn die Antifaschistenstark genug sind, dem Faschismus Paroli zu bieten, brauchen sie das nicht, wenn sie zu schwach sind (wenn nicht gar überhaupt) nützt es ausschließlich den Herrschenden. Offen gesagt  finde ich es unfassbar, dass man so etwas nach den historischen Erfahrungen mit dem  realexistierenden Faschismus immer wieder betonen muss.



Offener Brief an einen Regierenden Faschisten - 11-07-17 20:57




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