Leserbrief von Joachim Voigt zum Artikel von Anne Seeck und Emma.Li Berlin

16.08.11
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Tja, also ich bin kein Stalinist, weder Alt- noch Neu-. Trotzdem lese ich die "junge welt" gerne. Die Charakterisierungen der KommentatorInnen kann ich nicht nachvollziehen. Sie lesen sich beide so, als hätte man auf eine Gelegenheit gewartet, eine Generalabrechnung vorzunehmen.

Differenziert wird dabei wenig. Was ist z.B. mit Lybien-Sympathisanten gemeint: die zweiteilige, äußerst aufschlussreiche Berichterstattung, Gruillards, in dem differenziert die geopolitischen Interessen beleuchtet werden, in welcher anderen Zeitung ließ sich hierzu was vergleichsweise Differenziertes lesen, außer in der Le monde diplomatique, die aber eben keine Tageszeitung ist?

Und für den vermeintlichen Antisemitismus steht Moshe Zuckermann, der sich nicht von den den antideutschen Tiraden der jungle world vereinnahmen lässt? Das ließe sich erheblich fortsetzen. Der Anlass war eine journalistische Provokation gegen das Besoffenheitsgefühl der Wiedervereinigung, das dürfen Tageszeitungen nicht?

Und da darf man dann überlesen, dass man sich nicht für Hohenschönhausen bedankt, sondern für Höhenschonhausen ohne Hubertus Knabe, was schon ein Unterschied ist (besonders geschmackvoll finde ich diesen Punkt auch nicht). Die reklamierte Freiheit, insbesondere Meinungsfreiheit, soll dann, eine klassische contradictio in adjecto durch einen Unvereinbarkeitbeschluss gesichert werden? Das erscheint mir nicht eben wenig stalinistisch.



VON: JOACHIM VOIGT


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