Waldklassenzimmer im Wildpark Saarbrücken

28.09.12
SaarlandSaarland, Umwelt, News 

 

von Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Saar

Als Arbeitsgemeinschaft saarländischer Tierschutzorganisationen (Tierversuchsgegner Saar e.V.; Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt – Aktionsgruppe Saarland) nehmen wir  zu dem Projekt „Waldklassenzimmer“ im Wildpark Saarbrücken wie folgt Stellung:

Das Waldklassenzimmer wurde am 8. September 2012 eröffnet und soll Schulen künftig die Möglichkeit bieten, ihre Schüler dort zu unterrichten. Das Projekt findet unter Federführung der „Naturakademie Saar“ statt, deren Mitarbeiter angeblich die Kinder unterrichten sollen. Hinter dieser Naturakademie steht Roman Wüst, der als Jäger und Gesellschafter von „adlertours“ seinen Kunden Großwildjagden auf der ganzen Welt anbietet; außerdem betreibt Herr Wüst die Jagdschule „Jagen lernen“ auf dem Linslerhof in Überherrn. Die zentrale Rolle in der Akademie spielt damit ein Mann, der sein Leben dem Töten von Tieren gewidmet und seine Existenz darauf aufgebaut hat.

Unsere Arbeitsgemeinschaft bewertet dieses Projekt äußerst kritisch:

Die Naturakademie Saar ist in ein jagdlastiges Gesamtkonzept eingebunden, was der Internet-Auftritt der Akademie deutlich zeigt. Wir befürchten daher, dass saarländische Kinder zur subtilen Imagewerbung für einen umstrittenen Wirtschaftszweig missbraucht werden könnten, der sich unter anderem mit der gewinnorientierten Vermarktung des Tötens von Wildtieren finanziert. Dazu gehören auch Großwildarten wie z. B. Nashörner, Elefanten und Löwen, die teilweise gerade durch solche Unternehmungen vom Aussterben bedroht sind.

Sowohl das „Waldklassenzimmer“ als auch die „Eselwanderungen“, die von der Naturakademie angeboten werden (http://www.saarbruecken.de/de/leben_in_saarbruecken/freizeit/wildpark/angebote_und_veranstaltungen), erwecken die Befürchtung eines langfristig angelegten „Rekrutierungsprogramms“ für Nachwuchsjäger – geschickt verpackt und „legal abgesichert“ durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Saarbrücken.

Die Naturakademie könnte damit für Bemühungen genutzt werden, Jagd als gesellschaftsfähig und akzeptabel zu „verkaufen“. Insofern wird die mühsam herbeiargumentiere Neutralität des Projektes durch die Stadt Saarbrücken ad absurdum geführt.

Wir sehen in der Zusammenarbeit der Stadt Saarbrücken – und damit unserer kommunalpolitischen Entscheidungsträger – mit Herrn Wüst die Missachtung heutiger Werte, nach denen es keinerlei Legitimation für das Töten von Tieren im Rahmen „lustvoller Jagdreisen“ gibt. Es bestehen daher ernsthafte Bedenken, dass ethische, moralische und vielleicht auch religiöse Wertvorstellungen der Kinder und ihrer Familien missachtet werden, was selbst durch die Begleitung pädagogisch geschulten Lehrpersonals nicht verhindert werden kann. Solange hinter dem Projekt „Waldklassenzimmer“ ein Mensch steht, der sein Leben dem Töten von Tieren widmet, ist es undenkbar, dass bei Kindern ein ehrliches, tiefes Interesse an der Natur geweckt werden kann; erst recht ist ausgeschlossen, dass Kinder Empathie, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Tiere sowie deren Recht auf Unversehrtheit entwickeln.

Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie als politische Entscheidungsträger im Stadtrat, die Zusammenarbeit mit Herrn Wüst auf allen Ebenen zeitnah zu beenden – ganz besonders im Interesse unserer Kinder und des Tier-, Natur- und Artenschutzes. Es macht betroffen, mit welcher Blauäugigkeit hier gehandelt wurde – sind doch seine Aktivitäten landesweit bekannt und berüchtigt.

Wir richten unsere Bitte besonders an Herrn Commerçon, der als Minister für Bildung und Kultur die Möglichkeit hat, durch entsprechende Richtlinien für Schulen subtile Versuche der oben genannten Art zu verhindern und damit unsere Kinder zu schützen.

http://www.youtube.com/watch?v=szdbT1ooTto
http://www.youtube.com/watch?v=IivuK_8eLl8&feature=related
http://www.tvg-saar-vegan.de

 


VON: MENSCHEN FÜR TIERRECHTE - TIERVERSUCHSGEGNER SAAR






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