Saartire: Attac Saar gründet Akademie für Schaukelfleisch bruzzler


Hauptsach gudd gess – Saarländisches Lebensmotto wird jetzt international, Foto: SaarKurier

23.08.08
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Schwenken und denken – Mit der Wutz von der Saar zu einer besseren Welt

Von Claude Michael Jung

Im Rahmen einer Nachlese zur ersten Europäischen Sommer-Universität (ESU) die zwischen dem Ersten und Sechsten August für viel buntes Leben auf dem Campus der Saar-Universität in Saarbrücken sorgte, und deren Ziel es war, die Attac Gruppen Europas besser miteinander zu vernetzten, wurde am vergangenen Freitag Abend der Gedanke zur Gründung einer Akademie für Schwenkbratenzubereitung, spontan in die Tat umgesetzt. An Grill und Schwenker erfahrene Attacis wollen künftig vom Nordkap bis an die Gestade des Mittelmeers ausschwärmen und die hohe Kunst der saarländischen Zubereitung ausgebeinter und gut gewürzter Schweinekotellets über offenem Feuer, dem Erdkreis näher bringen.

„Unsere Wutz für die Gaumen Europas“, so das Motto der Schwenkbratenfraktion bei Attac Saar. Vater des guten Gedankens war der saarländische Thekenphilosoph Max Flabbes, der bereits während der ESU ein Schwenkerseminar auf dem Vorplatz der Aula der Saarbrücker Saar-Uni abgehalten hatte und dem es gelang, selbst Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem hohen Norden Europas, die ansonsten auf gebruzzeltes Rentierfleisch geschworen haben, von den Vorzügen gut geschaukelter Schweineteile aus dem Saarland zu überzeugen.

Besonders beeindruckt waren die Globalisierungskritiker aus ganz Europa von der beindruckenden Zeremonie, welche unumgänglich für den Erfolg eines jeden Schwenker-Events ist. „Zünde niemals ein Grillfeuer an, ohne dass du einen Kasten kühles Bier und einen Kronkorkenlupfer zur Hand hast“, so lehrte der große Thekenphilosoph und oberste Schirmherr der saarländischen Griller und Schwenker-Loge, die in Saarbrücken versammelten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ESU.

Derzeit sucht Attac Saar einen gebrauchten Reisebus mit Anhänger, der zur fahrbaren Grill und Schwenkstation umgebaut werden soll. Der Anhänger in der 3,5 Tonnenklasse wird benötigt, um damit künftig gut gelagertes Buchenholz aus saarländischen Wäldern nach Helsinki, Paris, Rotterdam, Mailand und Madrid transportieren zu können, so Max Flabbes, der als Schwenkexperte und Zeremonienmeister der neu gegründeten Attac-Schwenkerakademie, die internationalen Bruzzelseminare leiten wird.

Wie gewöhnlich gut unterrichtete Kreise aus dem Saarbrücker Attac-Büro berichten, hat eine saarländische Sprachschule bereits kostenlose Kurse in italienisch, spanisch, französisch, englisch und polnisch angeboten, um die Schwenkaktivisten fit für's schwaduddeln (Smaltalk) beim Grillen zu machen. Wie Max Flabbes sagte, beherrsche er bereits nach sieben Pils die gängigsten Fremdsprachen, darunter japanisch und mehrere chinesische Dialekte, jedoch könne ein Fremdsprachenkurs niemals verkehrt sein.

Unterdessen meldet die Saarbrücker Attac-Pressestelle, man suche noch nach einigen Glühweinberaterinnen und Beratern, um auch in den Wintermonaten den Kontinent über die hohe Kultur der Saarländer aufklären zu können. „Gesellige Glühweinabende dienen der Völkerverständigung und dem Frieden. Noch niemals ist ein größerer Krieg an einem Glühweinstand ausgebrochen, auch nicht am Morgen danach, wenn der Kopfschmerz jeden kriegerischen Gedanken verhindert“, so ein Experte für Fuseldynamik und kollektives Erbrechen.

Attac Schwenkerakademie on Tour heißt es bereits am fünften September. Noch ohne Reisebus, dafür aber mit Fahrrad und luftbereifter Schubkarre geht es nach Reims in die Champagne. Dort wird auf dem Platz vor der Kathedrale ein Schwenkbratennachmittag aus echt saarländischem Biowutzbestand gestaltet. Wie Max Flabbes als neuer Zeremonienmeister der Attac Schwenkerakademie bekannt gab, denke er derzeit darüber nach, ob es ein Sakrileg sei, die beim bruzzeln benötige Biermenge notfalls durch Champagner zu ersetzten.

"Ein anderes Europa ist möglich, aber ob man dabei so einfach bei der heiligen Schwenkerzeremonie Bier durch Champagner ersetzten darf, ist noch eine andere Frage“, so der große Thekenphilosoph abschließend.







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