Mahnwache in Saarwellingen während der Internationalen Woche gegen Rassismus.


Bildmontage: HF

24.03.18
SaarlandSaarland, Antifaschismus 

 

Von Waltraut Andruet

Nein zu Rassismus Ja zu 100 % Menschenwürde!

„Dafür stehen wir hier und auch, um unsere Solidarität zu bekunden mit den Menschen, die in Kriegsgebieten leiden und getötet werden“. So begrüßte Waltraud Andruet die Bürgerinnen und Bürger, die den Weg zum Saarwellinger Schlossplatz gefunden hatten. Mit dabei waren auch Bürgermeister Manfred Schwinn und Bürgermeister Peter Lehnert aus Nalbach. Beiden ist es wichtig, den besorgniserregenden nationalistischen und rassistischen Einstellungen in Deutschland und Europa, entgegenzutreten. Entwicklungen wie die Flucht von Menschen werden missbraucht, um menschenfeindliche Einstellungen zu verbreiten und Gruppen gezielt abzuwerten und auszugrenzen. Die beiden Gemeinden Saarwellingen und Nalbach haben hervorragende Flüchtlingsarbeit geleistet und kennen sich damit aus.

Die Mahnwache wurde von der Flüchtlingsinitiative Nalbach, dem Atelier Mario Andruet und Sigrid Bettscheider, die die Kleiderkammer in Saarwellingen betreut, initiiert. Die zahlreichen vorbeifahrenden Autofahrer konnten die vielen in der Sonne leuchtenden Transparente und Friedensfahnen gut erkennen.

In ihrem Redebeitrag stellte Andruet fest: „Es ist ein trauriges Jahr: Seit sieben Jahren hinterlässt der Bürgerkrieg in Syrien Millionen Menschen in größter Not – und die Situation wird immer schlimmer. In den letzten Wochen starben bei schweren Bombardierungen in der Region Ost-Ghouta über 1000 Kinder und unschuldige Zivilisten. Das geschieht mit deutschen Waffen, die in die Türkei geliefert wurden und die in den Wirren dieses Krieges auch als Ausrüstung und Rüstungsgüter für Dschihadisten dienen.“ Es handelt sich um Gewehre von Heckler und Koch, Haubitzen mit deutscher Hochleistungstechnik von MTU, Unimogs von Mercedes und ausrangierte Panzer der Bundeswehr. Die Türkei wurde über viele Jahre hinweg als NATO-Partner mit deutscher Rüstungstechnologie beliefert, so in einem Monitor-Bericht vom 7. Februar.

Angela Rupp, Sprecherin der kfd Saarwellingen äußerte ihre Besorgnis über den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien. Seit Januar 2016 unterstützt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland im Bistum Trier konkret Frauen-und Gesundheitsprojekte in Nordsyrien. „Wir sehen die gute Aufbau-und Friedensarbeit gefährdet, die von unseren Projektpartnerinnen besonders in der Region Rojava geleistet wurde. Wir sind aufgerufen unsere Stimme zu erheben gegen die türkische Militäroffensive, die ein friedliches, solidarisches Gebiet zu einem Kriegsschauplatz macht.“ Es waren auch Flüchtlinge dabei, die in großer Sorge sind, weil noch Angehörige in der Region wohnen.

Zivile Lösungen für Syrien und keine Verlängerung des Syrienmandats der Bundeswehr und vor allem: keine Ausweitung des Konfliktes im Kampf gegen den IS auf den Irak. Das wollen wir als Friedensorganisationen, denn wir sind überzeugt: Militär bekämpft keinen Terrorismus! Im Gegenteil: Militärische Gewalt erzeugt in vielen Fällen terroristische Gegengewalt und macht dadurch noch alles noch viel schlimmer. Deshalb fordert die Friedensbewegung dem Terrorismus wie auch allen anderen Formen der Gewalt Einhalt zu gebieten mit zivilen, diplomatischen, humanitären Mitteln, mit Abrüstung, Stopp von Rüstungsexporten, Deeskalation und dem Abbau von Feindbildern. Frieden kann es nur durch Abrüsten statt Aufrüsten geben.

Es wurde noch lange und kontrovers untereinander diskutiert. Schnelle Lösungsmöglichkeiten, daran glaubte keiner, man war sich aber sicher, dass es gut tat sich auszutauschen und sich solidarisch zu zeigen. Nie wieder Faschismus und nie wieder Krieg, davon haben wir genug.

Waltraud  Andruet                                                                                           Saarwellingen, 19. März 2018







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