Expertenteam des Great Ape Project hat den Neunkirchener Zoo besucht [17. 4. ]

20.04.18
SaarlandSaarland, News 

 

Von Rolf Borkenhagen

"Am 17.4.2018 hat ein Expertenteam des Great Ape Project den Neunkirchener Zoo besucht und dabei die Lebensbedingungen der etwa 100 dort vorgehaltenen Paviane begutachtet.

Der Bewertung des saarländischen Tierschutzbeauftragten ist vollumfänglich zuzustimmen: es werden viel zu viele Tiere auf viel zu beengtem Raume gehalten, was sozialen Spannungen Vorschub leistet. Allein die zwangsläufig auftretenden Streitigkeiten, wenn die Tiere etwa bei der Futterausgabe durch eine enge Klappe in den Innenbunker zu gelangen suchen - alle gleichzeitig natürlich -, gehen mit hoher Verletzungsträchtigkeit durch Beissereien einher. EinigeTiere zeigen teils schwere (und veterinärmedizinisch offenbar unbehandelte) Läsionen am ganzen Körper, das Erscheinungsbild vieler Tiere deutet auf extreme und chronische Streßbelastung hin.

Die Anlage selbst ist für die Haltung von Pavianen oder anderen Primaten völlig ungeeignet. Selbst wenn die Zahl der Tiere mittelfristig reduziert werden sollte, was der Zoo angeblich vorhat, entspräche sie nicht den Maßgaben für eine an den Bedürfnissen der Tiere orientierten Haltung. Die Unterbringung und Zurschaustellung der Tiere auf einer von meterhohen Betonwänden umgebenen Betonrotunde mit einem in der Mitte aufgetürmten "Kletterfelsen" übereinandergestapelter Betonblöcke hat mit moderner und tiergerechter Zootierhaltung, wie der Zoo Neunkirchen sie zu praktizieren vorgibt, nichts zu tun. Sie ist ein Relikt aus den 50er Jahren, die die hochintelligenten und -sozialen Tiere körperlich wie psychisch krank macht.

Der fenster- und lichtlose Innenbunker ist für die Öffentlichkeit nicht einsehbar, er dürfte dem indiskutablen Außengehege in nichts nachstehen.

Eine realistische Möglichkeit, Paviane aus dem Neunkirchener Zoo zeitnah und in nennenswerter Zahl an eine andere und bessere Einrichtung abzugeben, gibt es nicht. Da der Pavianfelsen des Neunkirchener Zoos nicht erweitert oder substantiell verändert werden kann, muß die Forderung lauten: sofortiger Bau eines tiergerechten neuen Geheges. Das bislang ungenutzte Waldstück hinter dem Betriebshof des Zoos würde sich dafür anbieten.

Sollte solche Neubaumaßnahme nicht umgehend in Angriff genommen werden, wird das Great Ape Project mittels Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das TierSchG gegen die Verantwortlichen des Zoos vorgehen.

Photos: Archiv GAP (aus dem Zoo Neunkirchen)"

Quelle

Great Ape Project

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1669657459808244&id=180644385376233







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