Jusos Saar lehnen geplante Ankerzentren ab

08.05.18
SaarlandSaarland, News 

 

Von Jusos Saar

Nach einen Vorstoß des Bundesinnenministers sollen künftig in neuen Sammelstellen alle ankommenden Schutzsuchenden zunächst kollektiv untergebracht werden. Die saarländischen Jusos reagieren mit Ablehnung auf die geplante Einrichtung der s.g. Ankerzentren.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass der Bundesinnenminister mit solchen unkonkreten und inhumanen Vorstößen die Bemühungen um echte Integration torpediert. Den Weg, große Zentren für Geflüchtete zu schaffen, lehne ich grundsätzlich ab. Wenn Menschen, die noch im Asylverfahren stehen zusammen mit Ausreisepflichtigen monatelang zusammengepfercht werden, ist das für alle Beteiligten eine unzumutbare Situation. Masseneinrichtungen, in denen geflüchtete Menschen ohne jeglichen Kontakt nach außen für eine lange Zeit festgehalten werden, brauchen wir definitiv nicht. Menschen noch enger als in der Landesaufnahmestelle zusammenzupferchen, in der Hoffnung so die Zusammenarbeit der Behörden zu erleichtern, ist beschämend.“, erklärte Pascal Arweiler, Landesvorsitzender der saarländischen Jusos.

„Noch ist völlig unklar, wie die sogenannten Anker-Zentren funktionieren sollen, ob der Bund oder die Länder dafür zuständig sein werden und vor allem, was der konkrete Sinn dahinter ist. Bei einer solchen Massenunterbringung gibt es kaum Rückzugsräume, sanitäre Anlagen werden von vielen Personen gemeinsam genutzt und es sind keine oder nicht ausreichend Kochgelegenheiten vorhanden. Dieses dauerhafte Zusammenleben unter widrigen Umständen vieler Menschen mit unterschiedlichen Gewohnheiten und Interessen führt auch zu, im wahrsten Sinne des Wortes, hausgemachten Konflikten. Wenn das Ziel fahrlässige Provokation vorprogrammierter Eskalation ist, dann eigenen sich Ankerzentren hervorragend dafür.“, ergänze Jan Eric Rippel, Sprecher des Arbeitskreises für Asylpolitik.

 







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz