Linke im Stadtrat: Strategien gegen Kinderarmut entwickeln – ÖPNV für Kinder kostenfrei machen!

09.09.19
SaarlandSaarland, News 

 

Von Linksfraktion Saarbrücken

Angesichts der hohen Kinderarmut in Saarbrücken fordert die Linksfraktion im Saarbrücker Stadtrat, bei zukünftigen Projekten der Landeshauptstadt immer auch Strategien zur Bekämpfung der Armut zu entwickeln. Der Fraktionsvorsitzende Michael Bleines erläutert: „Die Kinderarmut in Saarbrücken ist so hoch wie in kaum einer anderen deutschen Großstadt. Die Quote liegt laut Bertelsmann-Studie bei 35,5%. Deshalb muss es bei allen zu ergreifenden Maßnahmen in Saarbrücken zukünftig auch darum gehen, das Leben für die betroffenen Familien mit Kindern erschwinglich zu machen. Man darf ein Drittel der Stadtbevölkerung nicht einfach ausgrenzen und an den Rand schieben. Die Gesellschaft muss die fortschreitende Armut durch entsprechende politische Entscheidungen bekämpfen.“

Es gehe dabei um eine angemessene Teilhabe an der Gesellschaft, so Bleines weiter, und um eine leistbare Daseinsvorsorge, die jedem Saarbrücker und jeder Saarbrückerin zukommen müsse, auch und insbesondere den armen Familien. Gerade betroffene Kinder müssten frühzeitig aus der Armutsspirale befreit werden, damit sie chancengleich mit anderen Kindern aufwachsen könnten – zum Wohle der Kinder selbst, aber auch zum Wohle der Gesellschaft, die auf dieses Potential für die Zukunft angewiesen sei.

„Hier fehlt es auch dem designierten Oberbürgermeister Conradt an Weitblick, wenn er beispielsweise das 1-Euro-Ticket im Personennahverkehr bewirbt. Für die Bevölkerungsgruppen, die CDU, FDP und GRÜNE üblicherweise im Blick haben, mögen 365 Euro für eine Jahreskarte ein gutes Angebot sein, aber die oben erwähnten 35,5% der Saarbrücker Stadtbevölkerung bleiben dabei auf der Strecke, denn für arme Familien ist das nicht zu leisten. Wie soll eine sozial benachteiligte Familie mit zwei Kindern 1460 Euro für vier Jahrestickets aufbringen, um auf Bus und Bahn umsteigen zu können. Wenn Conradt schon bereit ist, den ÖPNV durch Subventionen preisgünstiger zu gestalten, dann bietet sich doch, gerade mit Blick auf die Kinderarmut, ein Konzept an, wonach beispielsweise Kinder unter 14 Jahren, bzw. Schüler und Auszubildende, den Personennahverkehr in Saarbrücken kostenfrei nutzen können. Wir werden ohnehin, gerade vor dem Hintergrund der Bekämpfung des Klimawandels, langfristig nicht daran vorbeikommen, den ÖPNV komplett ticketfrei zu machen, damit ein möglichst großer Anteil der Bevölkerung vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen kann. Die Klimadiskussion kann nicht von der sozialen Frage getrennt werden. Denn es müssen alle Bevölkerungsteile mitgenommen werden, wenn man eine echte Wende vollziehen will. Wir fordern daher die kostenfreie Beförderung von Kindern unter 14 Jahren, um einkommensschwache Familien zu entlasten und gleichzeitig für den Umstieg auf Bus und Bahn zu motivieren“, so Bleines abschließend.







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