Saartire: Heiden outen sich im Saarland


Bild: Der weise Kowe auf seinem Thron am Popelsee, Foto: SaarKurier

28.01.08
SaarlandSaarland, News 

 

Götzen, Geister und Ufos über dem Popelsee

Von Claude Michael Jung

Wer meint, die Zeit der Heiden sei längst vorbei, der täuscht sich gewaltig. In der Gemeinde Popeln am Popelsee im Saarland, existiert schon seit Tausend Jahren klammheimlich eine heidnische Gemeinde. Ihre Mitglieder beten die „Kowe" den größten Rabenvogel nördlich der Alpen an.

Die modernen Heiden der heutigen Zeit sehen das Christentum als Irrweg an und hoffen, durch die Wiederbelebung des alten Kowe-Glaubens nicht nur sich, sondern die ganze Welt in das Heidenparadies zu führen. Die Lobpreisung der „Kowe" ist ein unentbehrlicher Teil des alten, aus keltischer Vorzeit stammenden Rituals, welches immer bei Vollmond am Ufer des Popelsees zu Ehren des Kowegottes abgehalten wird. „Früher wurden hier zu den Feierlichkeiten auch unsere Feinde verputzt, aber nachdem unser Häuptling nach einem Pfälzer Ragout stundenlang kotzen musste, haben wir den Brauch aufgegeben", sagt Sheila die nackte Kowepriesterin.

Am Ufer des Popelsees stehen schwere Felsbrocken, auf denen der schwarze Rabenvogel Hof hält. Von den vorbeiziehenden Menschen, ob Heiden, Christen, Juden, Sonnenanbetern oder Muslimen, ist ihm Reverenz zu erweisen, ansonsten droht Ungemach, wie Impotenz bei Männern und Glazenbildung, sowie O-Beine bei Frauen. Um das Stonehenge im Saarland herum tanzen spärlich gekleidete, dafür aber wunderschöne Hexen und beziehen das Publikum in ihre Spiele ein. Ein bekannter Linkspolitiker, der sich hier seine Zukunft von der Rabenpriesterin Sheila voraussagen lässt sagt, die Zeit drehe sich zurück, wenn er die Macht des Revolutionsgottes anrufe.

Die halbe Nacht wird getanzt, gespielt, übers Feuer gesprungen und danach Bacchus dem Weingott mit einer Orgie gehuldigt. Männer mit bunten Wimpeln zieht es aus aller Welt hier an den Popelsee, um nach den Liebesspielen mit den Hexen, mit wunden Pimpeln wieder heimzukehren. Auch Enki dem großen Biergott wird durch ein Bad im vollen Fass gehuldigt, meist bis zum Lallen und bis zum Umfallen. Eine Extase folgt der Nächsten, zur Erinnerung an die alten Sitten und Bräuche der großen heidnischen Vergangenheit.

Schon für 35 EURO pro Person organisieren Reiseagenturen Kaffeefahrten zu dem prächtigen Götzentempel inmitten der Gemeinde Popeln. Als der Trierer Bischof Marx davon erfuhr, dass sich seine Schafe und Böcke splitternackt ausziehen, um den gefiederten Kowegott auf seinem Altar, kniend um die Erlösung von ihrer Schwiegermutter zu bitten, ließ sich der Trierer Hirte auf der Stelle von Papst Benedikt XVI. in die heidenfreie Erzdiözese München und Freising versetzten.

Der heidnische Glaube, auf den die Saarländer nach dem Willen von CDU Landesfürst Peter dem Schwarzen immer noch verzichten sollen, wurde von den Gründern der Gemeinde Popeln bereits vor über Tausend Jahren angenommen. Heute wie vor Tausend Jahren braucht die Gesellschaft neue Ideale. Es wimmelte nur so von gesellschaftlichen Gruppierungen aller Art, die nach einer neuen Wahrheit suchen. Besonders stark ist der Mammontempel frequentiert. Hierhin pilgern Bänker, Spekulanten und Heuschrecken, um Mammon um seinen Segen für eine erfolgreiche Ernte und um einen möglichst geringen Widerstand gegen Arbeitsplatzvernichtung, sowie um großzügige Subventionen aus der Staatskasse für ihre windigen Manöver zu bitten.

Neuerdings gibt es in der Gemeinde Popeln auch eine Band, die mit alten Instrumenten heidnische Volksmusik zu überirdischen und anomalen Erscheinungen spielt. Götz der Stehgeiger sagt, die Seherinnen, die die Jungfrau Maria vor einigen Jahren in Marpingen herbeizaubern sollten, seien in der Popeler Steinkreis-Anlage ausgebildet worden, hätten allerdings den Abschluss nicht geschafft, weil der große Kowegott sie erblinden lies, als sie ihm an die Federn gehen wollten. Götz der Stehgeiger sagt weiter, dass unter anderem zahlreiche Prominente in die Götzenwelt Popelns kämen und heimlich zur Mitternacht, Bibbes den Sexgötzen um eine Penisverlängerung anzuflehen. „Das endet jedoch immer mit einem doppelten Opfer. Zum Einen wird ihre Brieftasche vom Götzen Bibbes gerupft und zum Anderen schrumpft das gute Stück nach der Götzenverehrung meistens", so Götz der Stehgeiger der Heidenband.

Zum diesjährigen Sommerloch sollen die ersten UFO-Erscheinungen über dem Popelsee stattfinden. Auch wird ernsthaft geprüft, ob ein heidnisches Sommercamp stattfinden soll, um Menschen mit übernatürlichen Begabungen weiterzubilden. Gespräche mit den Arbeitsagenturen wegen Bereitstellung finanzieller Fördermittel für astrologische Berufe hat Kawumm, der ehrwürdige Opferpriester bereits geführt und zeigt sich optimistisch.

Nicht nur an heidnischen Feiertagen kommen Pilger nach Popeln. Der 138ig jährige Seppl Blattlauser aus einer bayrischen Kleinstadt ist nach Popeln gepilgert, um wieder gesund und topfit für seine Resi zu werden. Der betagte CSU Politiker hofft, dass sein Zipperlein nach dem vierwöchigen Aufenthalt in der Gemeinde am Popelsee wieder verschwunden ist. „Das ist ein Wunderort", sagt er. „Viele Menschen, darunter sogar Saupreißn, werden hier geheilt, einfach nur durch innbrünstige Gebete zu dem großen, gefiederten Gott Kowe."

Die Heiden hier erzählen, wie ein an Tollwut erkrankter Oberst geheilt geworden sei. Seine Ärzte hatten ihn schon aufgegeben und wollten bereits eine Notschlachtung durchführen, aber Gott Kowe hat ihn geheilt und heute geistert der Oberst wieder putzmunter wie ein Energieklumpen über die Kasernenhöfe. Mehrere Obergefreite wollen sogar gesehen haben, wie die Silhouette von Herr Oberst in einer schillernden Seifenblase durch das Offizierscasino gewandert sei. Dabei habe ein großer Rabe auf seiner Schulter gesessen und den Radetzky-Marsch gekrächzst, versicherten die Obergefreiten an Eides statt.

Das Heidentum und Sozialismus nichts Trennendes sind, beweist die Tatsache, dass sämtliche Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft allen Einwohner zu gleichen Teilen Zugute kommen. Gemeinsam wird auch investiert. Hausgeister sollen schon in wenigen Wochen in Pfandflaschen auf den Markt kommen.

Auch der 5000 Jahre alte heidnische Gonzo-Altar, der bei der Erstellung der Baugrube für den Trierer Petersdom freigelegt wurde, soll in der Ortsmitte mit samt seinen 900 Kristallkugeln im Frühsommer der Menschheit den vollen Durchblick in die Zukunft ermöglichen. Saarländische Astrologen durften vorab schon mal einem Blick in die Kristallkugeln des Gonzo-Altars werfen. Sie berichten, dass im Herbst 2009 hier am Popelsee ein größeres, dafür aber unblutiges Menschenopfer dem Kowegott dargebracht werden wird. Schon wenige Stunden nach der Landtagswahl an der Saar, werden Saarfürst Müller (CDU) und seine Dämonen hier um die Gnade des großen Raben winseln. Die Saar Astrologen gehen nach einer Geisterbeschwörung davon aus, dass die gesamte, liederliche CDU Landesregierung dann für alle Ewigkeit von Gott Kowe in dicht verschossenen Korbflaschen verbannt wird und erst am Jüngsten Gericht als Schüttelshakes wieder heraus darf.


VON: CLAUDE MICHAEL JUNG

cmj@scharf-links.de




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