GEW muss klarmachen: Bundeswehr raus aus der Schule


Bildmontage: HF

30.04.10
SaarlandSaarland, News 

 

Im vergangenen Jahr haben Jugendoffiziere bundesweit bereits 115.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Wehrdienstberater konnten in den Schulen gar vor 281.000 Jugendlichen auftreten. Hinzu kommt, dass 3.266 Lehrerinnen und Lehrer Fortbildungen beim Militär besucht haben. Der saarländischen Landesregierung ist dies nicht genug und will die Aktivitäten der Bundeswehr an Schulen ausweiten „und diese somit zu Orten militärischer Indoktrination machen“, meint die Linksjugend-Saar. Begründen tut sie diese Pläne mit dem Argument, die militärpolitische Schulung helfe den Schülerinnen und Schülern, „sich ein eigenes Urteil bilden zu können”. Nils Exner, Landesvorstandsmitglied der Linksjugend-Saar, erklärt dazu: „Nun stellt sich aber die Frage, warum die Bundeswehr die Jugendoffiziere auf ihrer eigenen Website als “Öffentlichkeitsarbeiter der Bundeswehr” bezeichnet. Das zeigt doch nur, dass die Arbeit der Bundeswehr in den Schulen nicht wertfrei sein kann, sondern einzig und allein dem Zweck der Militärpropaganda gilt.“
Umso schlimmer also, dass die saarländische GEW nicht klar Position gegen die Bundeswehr an Schulen bezieht. Zwar fordert sie in einem Brief an Bildungsminister Kessler, die „notwendige politische Ausgewogenheit” müsse gewährleistet werden und den „Zugang von Bundeswehrvertretern zu den Schulen im Bereich Politik zu ergänzen und für eine Kooperation auf die Kirchen, Zivil- und Entwicklungsdienste sowie Einrichtungen der Friedensforschung zuzugehen, ihren Zugang zur Demokratieerziehung als gleichberechtigt zu dokumentieren und zu unterstützen”. Nils Exner hält dies jedoch für realitätsfern und verweist auf die Ärzteorganisation IPPNW, welche erklärt: Eine gleichzeitige Kooperation mit 'Friedensfachleuten' lehnen wir ab, da diese (…) vergleichbare Ausbildungsressourcen erhalten müssten, was illusorisch erscheint.“ Des Weiteren ist es für die Linksjugend-Saar nicht zu verstehen, warum Öffentlichkeitsarbeiter der Bundeswehr neuerdings die Themen 'Krieg' und 'Frieden' behandeln sollen, wenn es dafür ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer gibt.

„Ein objektiver Umgang mit diesen Themen kann nur durch Lehrpersonal gewährleistet werden und nicht durch Militärs“, meint Nils Exner. Die GEW im Saarland sollte sich schleunigst der GEW Jugend anschließen, welche fordert: „Bundeswehr raus aus den Schulen!“



Leserbrief von Dr. N. Götz zu "Schule ohne Bundeswehr" - 02-05-10 14:34




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