Saarbrücker Schuldezernent soll dafür sorgen, dass kurze Beine nur kurze Wege zurücklegen müssen

11.03.08
SaarlandSaarland, News 

 

DIE LINKE im Bezirk Saarbrücken Mitte fordert Qualitätsoffensive für Saarbrücker Grundschulen.

Saarbrücken (sk) - Die Partei DIE LINKE Saarbrücken Mitte sieht mit Sorge eine starke Zunahme an Schulversagern und zunehmende soziale Problem bei Grundschülern. Die Linke Saarbrücken Mitte fordert die Stadtverwaltung Saarbrücken und das Bildungsministerium dringend auf, das bestehende Unterrichtsangebot gerade im Grund- und Vorschulbereich deutlich zu verbessern.

Zunehmende Armut mit ihren sozialen folgen trifft vor allem Kinder in den städtischen Ballungsgebieten und beeinträchtigt entscheidend ihre Bildungschancen. Die Diskussion um die Auflösung der Schulbezirke in Saarbrücken hat deutlich gezeigt, dass die Grundschulen im Stadtgebiet sehr unterschiedlich ausgestattete sind. "Die Ortsverbände der Partei die Linke in Saarbrücken Mitte fordern eine Angebotsstruktur, die Musik, Theater und Tanz sowie Natur- und Technik-Kursangebote für alle Grundschulen anbietet. Nur so kann dem Erfahrungsdefizit und den Belastungen der Kinder im städtischen Ballungsraum pädagogisch begegnet werden.

Als verfehlt sehen die drei Ortsverbände den Vorschlag des städtischen Schuldezernenten Dirk Schrader, die Schulbezirksgrenzen für die Grundschulen in Saarbrücken aufzulösen, um so den Eltern die freie Wahl der passenden Grundschule für ihr Kind zu ermöglichen. Dies sei keine Berücksichtigung des Elternwillens, sondern zeige, dass ungleiche Voraussetzungen an den städtischen Grundschulen herrschen.

Die Vorsitzenden der drei Ortsverbände unterstützen die Position des Stadtelternrats, der den Vorschlag des Schuldezernenten Dirk Schrader, die städtischen Schulbezirke aufzulösen, ablehnt. Statt die Schulbezirksgrenzen aufzulösen, damit Eltern ihr Kind beispielsweise auf eine Schule mit Flötenkurs, Sportangebot oder einem besonderen Französischangebot schicken können, sollte Schrader dafür sorgen, dass die Erkenntnisse der Pisa-Studie sich in einer Qualitätsoffensive für städtische Grundschulen niederschlagen.

Ein für alle Grundschulen gleiches Förder- und Zusatzangebot ist nicht vorhanden. Hier müssen die Stadt Saarbrücken und das Kultusministerium dafür sorgen, dass an allen Schulen ein Förderangebot eingerichtet wird. Durch die Auflösung der Schulbezirksgrenzen findet lediglich ein Wettbewerb um die attraktivste Grundschule statt, bei dem schlechter ausgestattete Schulen das Nachsehen haben. Im Endeffekt werden einige Schulen mehr Anmeldungen haben als sie aufnehmen können, andere Schulen werden dagegen Schüler verlieren, so dass ihre Zweizügigkeit, die den Bestand der Schulen erst sichern würde, verloren gehen könnte.

Statt nun Eltern zu zwingen wegen einer besonderen Schule ihr Kind durch die ganze Stadt karren zu müssen, sollte der Schuldezernent lieber dafür sorgen, dass kurze Beine nur kurze Wege zurücklegen müssen. Die Grundschule muss im Wohngebiet verbleiben, ist sie doch neben dem Kindergarten vor Ort nicht nur eine Bildungseinrichtung, sondern auch soziale Anlaufstelle für Familien mit ihren Kindern. Es darf nicht sein, dass eine soziale Durchmischung der Schülerschaft dadurch verhindert wird, weil Eltern, denen dies möglich ist, die Grundschule am Ort vermeiden, weil ihnen das Einzugsgebiet zu schwierig ist.

Die Vorsitzenden der Ortsverbände in Saarbrücken Mitte fordern Schuldezernent Schrader auf, mit Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer ein zusätzliches Förderangebot für die Saarbrücker Grundschulen auszuhandeln, das den besonderen sozialen Bedingungen einer Großstadt entspricht und den Erkenntnissen der Pisa-Studie Rechnung trägt, die eindeutig einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg festgestellt hat".







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz