462. Saarbrücker Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze am 05.08.2019

05.08.19
SaarlandSaarland, News 

 

Von S. Fricker

„Saarbrooklyn bei Spiegel-TV – und was Montagsdemonstrierer davon unterscheidet“, war heute ein spannendes Thema bei der Montagsdemo, das auch 3 Wochen nach der Sendung nicht vergessen war und etliche PassantInnen Halt machen und aufhorchen ließ.

Seit nunmehr 15 Jahren genau treffen wir uns montags bundesweit, nicht nur in Saarbrücken. Wir tragen den Protest gegen diese ungeheuerliche Kinderarmut auf die Straße, kämpfen gegen die Hartz-Gesetze und die Brandmarkung der Betroffenen in der Öffentlichkeit, zeigen die neuerdings wieder steigende Arbeitslosigkeit auf und ermuntern zum organisierten Aufbegehren – Deutsche und MigrantInnen gemeinsam. Und nun wird ein Film gesendet, der die Folgen der Gesetze auf menschenunwürdige Weise ausschlachtet. Prompt folgen die ‚Gegendarstellungen‘, ‚Richtigstellungen‘ und ‚ausgleichenden‘ Stellungnahmen der PolitikerInnen aus dem bürgerlichen Spektrum, ganz zu schweigen von denen der AfD“ ,so die Moderatorin.

„In den Stellungnahmen wird die Furcht vor Imageverlust für die Stadt aus allen Poren geschwitzt“, meinte eine Rednerin am offenen Mikro.

„Widerlich, wie in dem Film die Hartz-IV-Betroffenen als asoziale Elemente hingestellt werden“. „Der Film provoziert die Empörung – und prägt einen Reflex, zu ‚eigenen‘ Stadt zu stehen, statt nach Hintergründen zu fragen und sich dagegen zu organisieren“.

Ein Redner brachte es auf den Punkt: „Der Film spiegelt die kapitalistische Barbarei wider und trägt zu ihr bei. Deshalb: Für mich zeigt das, dass man ein ganz anderes Gesellschaftssystem braucht – eine sozialistische Gesellschaft kann das nur sein“.

Auch die Hitzewelle infolge der sich anbahnenden Klimakatastrophe wurde thematisiert. Ebenso die Lage von Leiharbeitern, die von der Leihfirma abbestellt wurden trotz guter Arbeit – einfach, weil sie nicht gebraucht würden.

Ein Redner regte an, bei der kommenden Montagsdemo am 02.09. (1 Tag nach dem Antikriegstag!) das Thema Ausländerhetze und Rassismus zu wählen. Die AfD solle offenbar wieder Oberwasser bekommen, nachdem sie bei den Europawahlen weniger Stimmen als von manchen erhofft bekam. Seit einiger Zeit fiele auf, dass die Rechtsentwicklung der Regierung nicht den gewünschten Effekt im Bewusstsein der Bürger bewirke – da müssten derlei schreckliche Dinge wie der Mord am Frankfurter Bahnhof herhalten, um Stimmung gegen Ausländer zu machen.

 

Also dann, - bis am 02.09., 18:00 bei der Europagalerie zur 463. Das Vorbereitungstreffen dazu ist am 26.08. um 13:00 im Café Jederman.

 

s. fricker







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