320. Saarbrücker Montagsdemo gegen Hartz IV am 11.04.2011

11.04.11
SaarlandSaarland, News 

 

Eine kurz gehaltene Montagsdemo heute mündete in die gemeinsame Teilnahme an der Demo gegen Atomkraft, die schon bald nach Eröffnung des offenen Mikros bei Thalia entgegenkam.

Vielleicht kamen auch deshalb die Sorgen der Saarbrücker Arbeitslosen etwas kurz  heute – im Windschatten der „Weltpolitik“ geht leicht unter, wie stur sich mancher Saarbrücker Sachbearbeiter des Jobcenters hinter der Gesetzeslage „Hartz IV“ verschanzt. Darauf wies ein Redner eindrinlich hin. Aber der nächste Montag kommt bestimmt.

Gerade im Vorfeld des Saarbrücker Oster-Friedensmarsches am 23. April war es für viele Teilnehmer und Passanten in der Bahnhofstraße eine wichtige Enthüllung, als die Folterung des Wikileaks-Informanten Bradley Manning in einem US-Militärgefängnis auf’s Tapet kam. Manning wartet auf seine Verhandlung wegen Veröffentlichung von geheimen Militärdokumenten, darunter einer Video-Aufzeichnung eines US-Soldaten, der irakische Zivilisten massakriert.

„Repressalien gegenüber Menschen, die die Wahrheit über „Befriedungs-Kriege“  ans Licht zerren, erfordern einen weltweiten Aufschrei“, so der Redner.

Wie erbärmlich sich die Lebensverhältnisse entwickeln, wurde auch beim Thema Leiharbeit heute deutlich:

„In den Atommeilern gipfelt der Zynismus der Leiharbeit gegenwärtig. Der französische Konzern EDF beschäftigt in den 59 Kraftwerken des Landes 20.000 Leiharbeiter. Sie bekommen durchschnittlich 53.-€ am Tag. Sie nennen sich „radioaktives Fleisch“. Nähert sich ein Nuklear-Nomade der gesetzlich zulässigen Lebens-Strahlung von 20.000 Millisievert, verliert er von einem Tag auf den nächsten seine Arbeit. Die Energiekonzerne nehmen dann für den nächsten Auftrag einfach den nächsten Arbeiter, bis er seine Dosis voll hat. Nicht bei uns? – Weit gefehlt! Eine e.on-Sprecherin bestätigte, dass bei Revisionen pro Kraftwerksblock rund 1.800 Menschen zusätzlich von sehr unterschiedlichen Firmen angeheuert werden“, deckte eine Frau auf.

Umso wichtiger der einstimmige Beschluss der 320. Montagsdemo, am Dienstag, den 26. April, dem 25. Jahrestag  der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, auf die Straße zu gehen, wie es weltweit geplant ist.

„Montags gegen Atomkraft!“ – ein neuer Button kursierte heute,  heiß begehrt,  auf der anschließenden bunten und lauten Demonstration Richtung Europa-Galerie. Dass der Montag auch in Saarbrücken nach und nach zum allgemeinen „Tag des Protestes“ werden kann, dafür legte auch die Schlusskundgebung der AKW-Gegner Zeugnis ab: eine gelungene Mischung  aus Persiflage („ganz im Sinn des gegenwärtigen mainstreams streichen wir unsere  Atommeiler jetzt grün zur Erhöhung der Strahlensicherheit…“) , fetziger Kultur („Bye, bye Vattenfall, Bye, bye RWE…“) und ebenso nachdenklich stimmenden wie aufrüttelnden Reden von Vertretern des BUND und der MLPD („nehmt ihnen die Welt aus der Hand, eh’ sie verbrannt!“)  fesselte die Teilnehmer auf  dem Platz wie schon lange nicht.
Am besten selbst mitmachen!


Nächsten Montag, den 18. März, 18h, Start bei der Europa-Galerie: Montagsdemo, die 321.!


S. Fricker                                                                                                               

www.montagsdemo–saar.de







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